12 March 2026, 22:04

AOK-Chefin Carola Reimann erhält 320.000 Euro – trotz Kürzungen im Gesundheitswesen

Ein blauer Hintergrund mit dem Text "Millionen von Amerikanern sparen durchschnittlich 800 USD pro Jahr an Krankenversicherungsprämien unter dem Inflation Reduction Act" und einem Logo.

AOK-Chefin Carola Reimann erhält 320.000 Euro – trotz Kürzungen im Gesundheitswesen

Carola Reimann, die Chefin des AOK-Bundesverbandes, verdient nun 320.000 Euro im Jahr. Ihr Gehalt stößt auf Kritik – besonders vor dem Hintergrund, dass medizinische Einrichtungen geschlossen werden und die Versorgung eingeschränkt wird. Der Zeitpunkt ihrer Gehaltserhöhung wird von Beobachtern als taktlos und realitätsfremd bezeichnet.

Zu Reimanns Vergütung gehört neben dem Grundgehalt auch eine großzügige Aufstockung ihrer betrieblichen Altersvorsorge. Die Erhöhung erfolgt zu einer Zeit, in der viele Gesundheitseinrichtungen mit Kürzungen und Personalmangel kämpfen.

Das Thema hat zusätzliche Aufmerksamkeit erhalten, nachdem der Podcast NUR MAL SO über den generellen Trend hoher Managergehälter im Gesundheitswesen berichtet hatte. Zwar liegen die genauen Zahlen für die fünf bestbezahlten Vorstandsmitglieder der größten deutschen Krankenkassen aus dem Jahr 2022 nicht vollständig vor, doch aktuelle Berichte zeigen ähnliche Fälle auf: Jens Martin Hoyer von der AOK Rheinland-Hamburg bezieht beispielsweise 297.400 Euro plus eine Altersvorsorgezusage in Höhe von 93.994 Euro. Michael Lempe von der hkk erhält 287.104 Euro, und Gordana Marsic von der AOK Baden-Württemberg kommt auf 206.000 Euro zuzüglich eines Bonus von 6.938 Euro. Laut Statista-Daten von 2023 verdient der Vorstandsvorsitzende der TK bis zu 390.987 Euro.

Kritiker monieren, dass solche Gehälter das falsche Signal senden, während die Versorgung vor Ort unter Druck gerät. Die Debatte dreht sich darum, ob die hohen Verwaltungskosten angesichts rückläufiger Patientenversorgung gerechtfertigt sind.

Reimanns Gehaltserhöhung unterstreicht die wachsende Sorge über die Bezüge von Führungskräften im deutschen Gesundheitssektor. Angesichts von Schließungen und Kürzungen bei Leistungen bleibt die Frage, wie diese Mittel sinnvoller eingesetzt werden könnten. Die Diskussion wird voraussichtlich weiter an Fahrt aufnehmen, sobald weitere Daten zu Vorstandsgehältern bekannt werden.

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