ARD verteidigt Druckfrisch nach Sexismus-Vorwürfen gegen Denis Scheck
Leon SchulzARD verteidigt Druckfrisch nach Sexismus-Vorwürfen gegen Denis Scheck
Die ARD hat ihr Literaturformat Druckfrisch verteidigt, nachdem Moderator Denis Scheck wegen des Vorwurfs sexistischer Buchkritiken in die Kritik geraten war. Auslöser der Debatte waren Schecks scharfe Bewertungen der Werke der Autorinnen Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy, die eine breitere Diskussion über geschlechtsspezifische Voreingenommenheit in der Literaturkritik auslösten.
Der Sender betont, dass das Geschlecht einer Autorin oder eines Autors bei den Bewertungen keine Rolle spiele, und bekräftigte sein Bekenntnis zu Gleichberechtigung im Programm.
Der Streit eskalierte, nachdem Scheck – bekannt für seinen ungeschminkten Kritikerstil – in jüngsten Folgen Bücher von Passmann und von Kürthy verrissen hatte. Sein Markenzeichen ist es, verrissene Titel theatralisch durch eine Rutsche in einen Mülleimer zu befördern. Passmann konterte später auf Instagram und bezeichnete seine Kritik an ihrem Werk als "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch".
Ildikó von Kürthy nahm in der Zeit Stellung und kündigte an, sich solche Angriffe nicht länger gefallen zu lassen. Auch die Schriftstellerin Elke Heidenreich meldete sich zu Wort und kritisierte sowohl Schecks Vorgehen als auch die Rolle der ARD, die dies ermöglicht.
Die ARD wies die Vorwürfe zurück und erklärte, Druckfrisch dulde keine Frauenfeindlichkeit. Der Sender verwies darauf, dass Scheck in der jüngsten Ausgabe sogar mehr Bücher von Autorinnen gelobt als kritisiert habe. Zudem betonte man, dass das Geschlecht eines Autors oder einer Autorin für die literarische Bewertung irrelevant sei.
Scheck selbst beharrt darauf, dass sich seine Kritiken ausschließlich auf die Bücher beziehen – nicht auf deren Autorinnen, Autoren oder Leserschaft. Seit Jahren moderiert er die Sendung und hat sich mit seinen scharfen, oft polarisierenden Urteilen einen Namen gemacht.
Die Kontroverse stellt die ARD vor die Frage, wie sie in ihrem Literaturprogramm den Spagat zwischen kritischer Auseinandersetzung und Fairness schafft. Der Sender unterstreicht weiterhin die Leistungen von Schriftstellerinnen, verteidigt aber gleichzeitig Schecks Recht auf freie Meinungsäußerung. Die Diskussion spiegelt die größeren Spannungen wider, die in der Kulturbranche zwischen Geschlechterfragen und Kritik bestehen.






