Bauern blockieren A9: Protest gegen EU-Handelspolitik mit Mercosur

Bauernproteste an vier Auffahrten der A9 bei Coswig - Bauern blockieren A9: Protest gegen EU-Handelspolitik mit Mercosur
Landwirte haben am Montag Proteste entlang der Autobahn A9 organisiert und dabei wichtige Zufahrten zwischen Coswig und Dessau-Roßlau blockiert. Die Kundgebungen begannen bereits in den frühen Morgenstunden, wobei Traktoren und Anhänger an Knotenpunkten wie Coswig, Vockerode, Dessau-Ost und Dessau-Süd postiert wurden. Die Veranstalter kündigten weitere Demonstrationen und Langsamfahrten in den kommenden Tagen an.
Der erste Protestierende traf mit einem Traktor und Anhänger kurz nach 5:15 Uhr in Coswig ein. Bis zum Vormittag waren mehrere Anschlussstellen im Rahmen einer koordinierten Aktion lokaler Bauernbünde und Gliederungen des Deutschen Bauernverbandes (DBV) blockiert. Die Behörden bestätigten, dass die Kundgebungen offiziell bis 16:00 Uhr angemeldet waren.
Die Proteste richten sich gegen die Handelspolitik der EU, insbesondere gegen das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur. Die Landwirte befürchten, dass das Abkommen den Markt mit günstigeren Agrarimporten aus Südamerika überschwemmen und so einen unfairen Wettbewerb schaffen werde. Ähnliche Blockaden gab es auch am Autobahnkreuz Schmölln in Thüringen. Die aktuelle Protestwelle erinnert an frühere Aktionen im Jahr 2024, als Landwirte Autobahnen blockierten, um gegen Pläne der Regierung zur Abschaffung von Steuervergünstigungen für Agrardiesel zu demonstrieren. Nun haben auch Bauern in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern angekündigt, in mehreren Regionen Autobahnzufahrten zu blockieren.
Die Demonstrationen markieren eine Zuspitzung des Widerstands der Landwirte gegen die EU-Handelspolitik. Weitere Kundgebungen, Langsamfahrten und Blockaden sind an Autobahnknotenpunkten und politischen Einrichtungen in der Region zu erwarten. Die Behörden beobachten die Lage weiterhin, während sich die Proteste in Ostdeutschland ausbreiten.