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BayWa Aktie: Black Book-Eintrag

BayWa-Aktie: Eintrag ins „Schwarzbuch“

Vorspann Die BayWa AG steckt in einem Dilemma: Während die Führungsetage durch Vermögensverkäufe dringend benötigte Liquidität beschafft, landet das Unternehmen im „Schwarzbuch Börse 2025“ der Aktionärsvertreter. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) führt den „Niedergang“ des Traditionsunternehmens auf jahrelanges Fehlmanagement zurück. Gleichzeitig aber...

Artikeltext Die BayWa AG stößt in Eile zentrale Erneuerbare-Energien-Assets ab, um an frisches Kapital zu kommen. Das Unternehmen hat Solarprojekte in ganz Europa und Japan veräußert, darunter eine 46-Megawatt-schwimmende Solaranlage in den Niederlanden. Kritiker verweisen indes auf tiefgreifendere Finanzprobleme und langjährige Governance-Mängel.

Der deutsche Mischkonzern hat kürzlich den Verkauf zweier britischer Solarkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 121 Megawatt an die Investmentfirma Capital Dynamics abgeschlossen. Ein weiterer Deal umfasste die Veräußerung des gesamten japanischen Solarportfolios sowie des niederländischen Schwimmkraftwerks. Diese Transaktionen bringen zwar kurzfristig Liquidität, legen aber die Kerngeschäfte des Unternehmens bloß.

Aktionärsvertreter üben seit Langem scharfe Kritik an der BayWa-Führung. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) macht jahrelanges Fehlmanagement für die aktuellen Schwierigkeiten verantwortlich. Zwar entlasten die Vermögensverkäufe die kurzfristige Finanzlage, doch Analysten zweifeln, ob der Mittelzufluss ausreicht, um das Unternehmen langfristig zu stabilisieren.

Die Lage gerät zusätzlich in den Fokus, nachdem Berichte die BayWa mit dem sogenannten „Börsen-Schwarzbuch 2025“ in Verbindung brachten. Eine offizielle Auszeichnung oder Liste dieser Art existiert jedoch nicht. Der Verweis scheint auf einer routinemäßigen Finanzmitteilung der Alior Bank vom Dezember 2025 zu beruhen, die nichts mit Unternehmensrankings zu tun hat.

Mit dem Ausverkauf ihrer Erneuerbaren-Assets hat sich die BayWa AG zwar Zeit verschafft, doch der Schuldenberg bleibt gewaltig. Anleger beobachten nun genau, ob die Erlöse sinnvoll eingesetzt werden. Ohne grundlegende Reformen könnte der Liquiditätsschub die finanziellen Probleme lediglich hinauszögern – statt sie zu lösen.