Berlin führt Ausbildungsabgabe für Großunternehmen ein – wer zahlt, wer profitiert?
Lea KrauseCDU und SPD einigen sich auf Ausbildungsplatzabgabe - Berlin führt Ausbildungsabgabe für Großunternehmen ein – wer zahlt, wer profitiert?
Die Berliner Koalitionsregierung hat sich auf einen Gesetzentwurf geeinigt, der eine Ausbildungsabgabe für größere Unternehmen einführen soll. Demnach müssten Firmen mit mindestens zehn Beschäftigten in einen Fonds einzahlen, wenn ihre Ausbildungsquote unter 4,6 Prozent liegt. Mit der Maßnahme soll dem langjährigen Mangel an Ausbildungsplätzen für junge Arbeitnehmer in der Hauptstadt begegnet werden.
Laut dem geplanten Gesetz würden Berliner Betriebe unabhängig davon in den Fonds einzahlen, ob sie derzeit überhaupt ausbilden. Unternehmen, die die 4,6-Prozent-Marke erreichen – oder weniger als zehn Mitarbeiter beschäftigen – wären von der Abgabe befreit. Die Umlage soll jährlich mindestens 75 Millionen Euro einbringen, die dann an Betriebe fließen, die zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen.
Die Fraktionen von CDU und SPD einigten sich auf den Kompromiss nach Jahren rückläufiger Ausbildungsangebote in Berlin. Bevor das Gesetz in Kraft treten kann, muss der Entwurf jedoch noch das parlamentarische Verfahren durchlaufen. Falls verabschiedet, würden die neuen Regeln frühestens am 1. Januar 2028 greifen.
Die Abgabe soll größere Arbeitgeber in die Pflicht nehmen, die Ausbildungssituation zu verbessern: Unternehmen, die die geforderte Quote verfehlen, würden damit jene finanzieren, die ihre Ausbildungsprogramme ausbauen. Noch ist unklar, wie viele Berliner Betriebe von der Neuregelung betroffen wären.






