Berlins Tafel kämpft mit Osteraktion gegen wachsende Armut in der Hauptstadt
Moritz HoffmannBerlins Tafel kämpft mit Osteraktion gegen wachsende Armut in der Hauptstadt
Berlins Tafel startet Osterkampagne für wachsende Zahl Bedürftiger
Die Berliner Tafel hat ihre Osteraktion gestartet, um die steigende Zahl hilfsbedürftiger Einwohner zu unterstützen. Angesichts verschärfter Lebensmittelknappheit seit der Pandemie und dem Krieg in der Ukraine sammeln Freiwillige wie Anne und Uschi nun Spenden in Supermärkten vor Ort. Die Initiative läuft noch bis zum 4. April 2026 und ruft Kundinnen und Kunden auf, beim Bezahlen ein zusätzliches Produkt zu spenden.
Die unter dem Motto "Noch eins drauf!" laufende Kampagne ist in 15 Filialen von Edeka, Rewe und Kaufland in ganz Berlin aktiv. Shopper werden gebeten, ein weiteres Produkt – etwa Kaffee, Schokolade oder andere Grundnahrungsmittel – mitzunehmen und es vor dem Bezahlen bei den Freiwilligen abzugeben. Die Spenden helfen der Tafel, monatlich 660 Tonnen Lebensmittel an rund 94.000 Menschen in Obdachlosenunterkünften und Suppenküchen zu verteilen.
Hinter den Kulissen betreibt die Organisation ein Logistikzentrum und eine Flotte von 25 Kleintransportern, um die hohe Nachfrage zu bewältigen. Die Zahl der auf Lebensmittelhilfe angewiesenen Menschen hat sich seit 2020 fast verdoppelt – eine zusätzliche Belastung für das System. Mit 48 Verteilstellen in der Stadt stellt die Tafel sicher, dass Bedürftige versorgt werden: von Senioren, die mit Stromabschaltungen kämpfen, bis hin zu Familien, die sich keine Mahlzeiten leisten können.
Freiwillige wie die 33-jährige Anne, die im KaDeWe arbeitet, engagieren sich in ihrer Freizeit für die Sache. Jeden Donnerstag steht sie in einem Neuköllner Supermarkt und sammelt gemeinsam mit Uschi und Marianne Spenden. Uschi, eine weitere Helferin, berichtet oft von Rentnern, die unter Zahnschmerzen leiden oder ohne Strom leben müssen – Schicksale, die sie immer wieder antreiben, weiterzumachen.
Ziel der Osterkampagne ist es, die dringend benötigten Vorräte für Berlins Schwächste aufzustocken. Die Spenden der Kundschaft kommen direkt den monatlichen Lebensmittelverteilungen der Tafel zugute. Die Aktion zeigt, wie kleine Beiträge für Tausende in der Stadt einen spürbaren Unterschied machen können.






