«Blutbuch» erstrahlt als packendes Bühnenerlebnis in Berlin
Kim de l'Horizons gefeierter Debütroman erobern nun die Berliner Bühne
Am Dienstagabend feierte die Theateradaption des preisgekrönten Werks im ausverkauften Vaganten Bühne in Charlottenburg Premiere. Die Inszenierung verwandelt den gefeierten Roman in ein packendes visuelles und emotionales Erlebnis.
Das Buch, das 2022 sowohl mit dem Deutschen Buchpreis als auch dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde, lotet tiefgründig Themen wie Identität und Heilung aus. Im Mittelpunkt von Kims Geschichte steht ein genderfluider Körper, der sich binären Zuordnungen entzieht, und der Weg von Scham zu Selbstakzeptanz. Die Erzählung verwebt zudem transgenerationale Traumata und bezieht sich auf die Forschungen der Mutter zu den weiblichen Ahnen der Familie.
Auf der Bühne entsteht eine dichte Atmosphäre: Von der Decke hängen zerrissene, beige Strumpfhosen, gefüllt mit Sand und Bällen, die über dem Publikum schaukeln. Ein weißer Fransenvorhang rahlt die Szene ein, während der Titel Blutbuch in roter gotischer Schrift leuchtet. Darunter findet Kim symbolischen Schutz unter einer Blutbuche – gepflanzt einst vom Urgroßvater.
Die 90-minütige Aufführung lässt Kims Stimme durch drei Schauspieler:innen lebendig werden: Julian Trostorf, Annemie Twardawa und Emma Zeisberger. Gemeinsam verkörpern sie die fluide Erzählperspektive und wechseln die Blickwinkel, während sich die Geschichte entfaltet.
Die Premiere markiert einen mutigen Schritt für Kims Werk – vom Buch zur Bühne mit ungebändigter Intensität. Die ausverkaufte Vorstellung zeigt das große Publikuminteresse an der Auseinandersetzung mit Identität, Trauma und Wandel. Die Produktion bleibt weiterhin im Vaganten Bühne zu sehen und bietet eine mitreißende Interpretation eines bahnbrechenden Romans.






