Breite Mehrheit will höhere Steuern für Spitzenverdiener in Deutschland
Jonas SchulteBreite Mehrheit will höhere Steuern für Spitzenverdiener in Deutschland
Eine neue Umfrage zeigt eine deutliche öffentliche Unterstützung für höhere Steuern auf Spitzenverdiener in Deutschland. Die Idee stößt bundesweit auf Zustimmung – über alle Regionen und Einkommensgruppen hinweg. Selbst viele Gutverdiener befürworten den Vorschlag.
Die zwischen dem 29. und 30. April durchgeführte Erhebung mit 1.000 Teilnehmenden ergab, dass 76 Prozent es für angemessen halten, Personen mit einem Jahreseinkommen von über 300.000 Euro stärker zu besteuern. Die Zustimmung reicht über Parteigrenzen hinweg: 73 Prozent der Wähler von CDU/CSU stimmen zu, bei SPD-Anhängern sind es 89 Prozent. Bei den Grünen ist die Unterstützung mit 95 Prozent am höchsten, während die Basis der rechtspopulistischen AfD gespalten bleibt – hier befürworten nur 38 Prozent die Maßnahme.
22 Prozent der Befragten lehnen die Steuererhöhung ab, 2 Prozent sind unentschieden. Überraschenderweise unterstützen selbst Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 4.000 Euro oder mehr den Plan zu 74 Prozent.
Als Reaktion diskutieren Regierungsvertreter nun über höhere Abgaben für Topverdiener. Die SPD drängt auf eine Anhebung des Spitzensteuersatzes. CSU-Chef Markus Söder erklärte hingegen im ARD-Format Arena, eine Vermögenssteuer sei für ihn „kein Tabu“. Gleichzeitig bekräftigte er seinen Plan, den Solidaritätszuschlag abzuschaffen – eine Maßnahme, die vor allem Besserverdiener entlasten würde.
Die Umfrage unterstreicht den breiten Konsens zur stärkeren Besteuerung der Superreichen, der sich über Parteigrenzen und Einkommensschichten hinweg erstreckt. Nun werden die Koalitionsverhandlungen zeigen, ob der Vorschlag vorankommt. Betroffen wären vor allem Personen mit einem Jahreseinkommen von über 300.000 Euro.






