BSW in Thüringen: Macht auf wackeligem Boden trotz sinkender Zustimmung

Admin User
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Menschen schütteln sich die Hände vor Stühlen, mit einer Statue, Fahne und Vorhang im Hintergrund.

Thüringen - der letzte stabile BSW-Standort? - BSW in Thüringen: Macht auf wackeligem Boden trotz sinkender Zustimmung

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) erlebt in den ostdeutschen Bundesländern ein Wechselbad der Gefühle. In Thüringen hält sich die Partei trotz sinkender Zustimmungswerte noch an der Macht, während in anderen Regionen die Spannungen zunehmen. Aktuelle Umfragen und politische Konflikte zeigen: Die BSW steht unter Druck.

Im September 2024 zog die Partei erstmals mit 15,8 Prozent der Stimmen in den Thüringer Landtag ein. Doch bereits im Dezember 2025 zeigte eine INSA-Umfrage, dass ihre Unterstützung auf nur noch sieben Prozent gesunken war. Trotz dieses Einbruchs regiert die BSW weiter – als Teil einer sogenannten „Brombeerkoalition“ mit CDU und SPD.

Die Koalition verfügt über einen auf zwei Jahre angelegten Haushalt für 2026 und 2027, der ihr eine Regierungsbeteiligung auch ohne Mehrheit ermöglicht. Dennoch gibt es interne Streitigkeiten. Zwei BSW-Abgeordnete in Thüringen stellen öffentlich die Ausrichtung der Koalition infrage, und an der Basis wächst die Unzufriedenheit. Die Parteivorsitzende Katja Wolf, die selbst Ministerin ist, liegt wiederholt im Clinch mit BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht über inhaltliche Entscheidungen.

Der Politikwissenschaftler Torsten Oppelland bezeichnet den Thüringer BSW-Landesverband als „stabiler und ruhiger“ als andere Gliederungen der Partei. Das steht im krassen Gegensatz zu Brandenburg, wo die SPD-BSW-Koalition Ende 2025 an internen Machtkämpfen und Überläufen zerbrach. Nach dem Scheitern der brandenburgischen Regierung betonte der BSW-Fraktionschef in Thüringen, Frank Augsten, die Entschlossenheit seiner Partei, für Stabilität zu sorgen.

Doch nicht nur in Thüringen gibt es Turbulenzen. Auch in Sachsen-Anhalt, Hamburg und Bayern, wo die BSW ebenfalls vertreten ist, nehmen die Spannungen zu. Die Krise in Brandenburg und die sinkenden Umfragewerte in Thüringen deuten auf größere Herausforderungen hin.

Die Zukunft der BSW in Thüringen bleibt ungewiss – trotz ihrer aktuellen Regierungsbeteiligung. Mit halbierten Zustimmungswerten seit 2024 und wachsenden internen Konflikten muss die Partei sowohl die Unzufriedenheit in der Bevölkerung als auch die Führungskämpfe bewältigen. Wie sie diese Bewährungsprobe besteht, wird ihren Einfluss im Land und darüber hinaus prägen.