02 April 2026, 12:07

Bundesregierung prüft Cannabis-Gesetze nach vernichtendem Forschungsbericht

Gruppe von Menschen, die um ein Auto mit einem "Legalise Cannabis Ireland"-Schild stehen, umgeben von Gebäuden unter einem klaren blauen Himmel, mit Papieren im Auto sichtbar.

Bundesregierung prüft Cannabis-Gesetze nach vernichtendem Forschungsbericht

Die deutsche Bundesregierung wird ihre Cannabis-Gesetze überprüfen, nachdem ein kritischer Forschungsbericht anhaltende Bedenken aufgezeigt hat. Die zweiten Zwischenergebnisse des Ekocan-Projekts haben Beamte veranlasst, Gespräche über die Zukunft der aktuellen Gesetzgebung einzuberufen. Kritiker, darunter hochrangige Minister, haben die teilweise Legalisierung bereits als gescheitert bezeichnet.

Die Kontroverse folgt auf die Einführung des Cannabiskonsumgesetzes (CanG) am 1. April 2024. Zwar blieben die THC-Werte in legalen Produkten stabil – zwischen 10 und 25 Prozent bei Blüten und bis zu 10 Prozent bei Extrakten –, doch verweisen Beamte auf grundlegendere Probleme. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums wies darauf hin, dass Frühinterventionsprogramme bei Cannabiskonsum seit Inkrafttreten des Gesetzes stark zurückgegangen seien. Zudem räumte er ein, dass die Grenze zwischen medizinischer und Freizeitnutzung zunehmend verschwimme.

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Die Einfuhren von medizinischem Cannabis sind seit 2023 um mehr als das Sechsfache gestiegen. Dennoch argumentieren Kritiker, das Gesetz habe den Missbrauch nicht eingedämmt. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) nannte die Teillegalisierung einen "Fehler", während Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) sie als "totales Fiasko" abtat. Familienministerin Karin Prien (CDU) warf der früheren Ampelkoalition vor, den Suchtschutz für Jugendliche untergraben zu haben.

Das Ministerium bestätigte, dass die Erkenntnisse des Ekocan-Berichts direkt zu den geplanten Regierungsberatungen geführt hätten. Daten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie eine Analyse des Leibniz-Instituts von 2025 zeigten zwar keine signifikante Zunahme der THC-Konzentration in legalen Produkten. Doch die weiteren Schlussfolgerungen des Berichts haben die Forderungen nach strengeren Kontrollen neu entfacht.

Das Bundesgesundheitsministerium wird nun interne Gespräche führen, um die deutsche Cannabispolitik neu zu bewerten. Das Ergebnis könnte zu Änderungen bei der Regulierung sowohl des medizinischen als auch des Freizeitkonsums führen. Beamte betonten, dass künftig klarere Abgrenzungen und wirksamere Präventionsmaßnahmen notwendig seien.

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