Bundesregierung verlängert Microsoft-Vertrag trotz Preiserhöhung und Kritik
Moritz HoffmannBundesregierung verlängert Microsoft-Vertrag trotz Preiserhöhung und Kritik
Die deutsche Bundesregierung hat ihren Vertrag mit Microsoft um ein weiteres Jahr verlängert und damit die Vereinbarung bis zum 30. Juni 2027 festgeschrieben. Die Entscheidung fällt trotz steigender Kosten für Microsoft 365, deren Preise ab Juli um bis zu 13 Prozent steigen werden. Kritiker bemängeln, dass die Regierung damit die Abhängigkeit von einem einzigen US-Technologieanbieter aufrechterhält, statt Alternativen zu prüfen.
Die verlängerte Vereinbarung ermöglicht es Bundesbehörden und Fördermittelempfängern, die Microsoft-Produkte weiterhin unter den bisherigen Bedingungen zu nutzen. Zwar vereinfacht der Vertrag den Zugang zu der Software, er verpflichtet die Behörden jedoch nicht zur Nutzung. Diese Flexibilität hat jedoch nicht die Bedenken hinsichtlich der langfristigen Kosten zerstreut – allein 2022 gab der öffentliche Sektor fast 500 Millionen Euro für Microsoft-Produkte aus.
Die Preiserhöhung für Microsoft 365, die im Juli in Kraft tritt, wird sich aufgrund der unveränderten Vertragsbedingungen zunächst nicht auf den Bundeshaushalt auswirken. Dennoch bedeutet die Verlängerung, dass die Behörden Microsoft auch bei steigenden Kosten weiter bezahlen werden. Rebecca Lenhard, digitalpolitische Sprecherin der Grünen, kritisierte die Entscheidung als vertane Chance, die Abhängigkeit von US-Technologiekonzernen zu verringern.
Andere Länder wie Frankreich haben bereits Fortschritte bei der Umstellung staatlicher Behörden auf alternative Softwarelösungen gemacht. Der deutsche Vertrag hätte eigentlich im Juni 2026 auslaufen können, wurde nun aber um ein weiteres Jahr verlängert – und damit das bestehende Arrangement zementiert.
Die Verlängerung sichert Microsoft bis Mitte 2027 als zentralen Anbieter für deutsche Bundesbehörden. Angesichts der bevorstehenden Preiserhöhungen für Microsoft 365 wird die Regierung die Software weiterhin finanzieren, obwohl es Forderungen nach größerer Unabhängigkeit gibt. Die Entscheidung garantiert zwar kurzfristige Stabilität, verschiebt aber mögliche Übergänge zu anderen Lösungen auf unbestimmte Zeit.






