Bundesweite Razzien enthüllen Skandale in der Paketbranche – Ausbeutung und Steuerbetrug
Moritz HoffmannBundesweite Razzien enthüllen Skandale in der Paketbranche – Ausbeutung und Steuerbetrug
Großrazzia in Deutschlands Kurierbranche deckt massenhafte Rechtsverstöße auf
Eine bundesweite Kontrollaktion im Paketdienstsektor hat schwerwiegende Gesetzesverstöße ans Licht gebracht. Mehr als 2.900 Zollbeamte durchsuchten Standorte großer Unternehmen wie Amazon, Hermes, GLS und DPD. Die Ermittlungen förderten Steuerhinterziehung, Lohnvorenthaltung und illegale Beschäftigungspraktiken bei Subunternehmern zutage.
Die Razzien fanden flächendeckend statt und richteten sich gegen Zustelldienste, die stark auf Subunternehmer setzen. Viele Fahrer kannten ihren eigenen Beschäftigungsstatus nicht und arbeiteten oft auf Basis undurchsichtiger Verträge. In Köln wurde ein 39-jähriger Türke ohne gültige Arbeitserlaubnis angetroffen.
Bei den Subunternehmern häufen sich Fälle von Sozialabgabenhinterziehung und Steuerbetrug. Fahrer erhielten häufig keinen Lohn für Überstunden, Ladezeiten und Zusatzschichten, sodass ihr Verdienst teils unter dem Mindestlohn lag. Die Zollbehörden dokumentieren solche Missstände seit Jahren – doch eine wirksame Ahndung blieb bisher aus.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil betonte die Entschlossenheit der Regierung, illegale Beschäftigung und Ausbeutung in der Branche zu bekämpfen. Gleichzeitig fordert die Gewerkschaft Verdi ein vollständiges Verbot von Subunternehmern im Paketversand.
Die Ermittlungen offenbaren strukturelle Probleme in der deutschen Kurierbranche. Subunternehmer stehen seit Langem in der Kritik wegen Lohnbetrugs, Steuerhinterziehung und rechtswidriger Arbeitsbedingungen. Nun wächst der Druck auf die Behörden, die Regulierung und Kontrollen zu verschärfen.






