Christian Wulff zerpflückt Friedrich Merz’ Regierung: „So kann es nicht weitergehen“

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Eine Gruppe von Menschen, die sich drinnen aufhalten, einer hält ein Foto mit 'Senator Debbie Clary Highway' darauf, mit einer Fahne, einer Wand, einer Tür und Lichtern im Hintergrund.

Wulff fordert 'echten Neuanfang' der Bundesregierung - Christian Wulff zerpflückt Friedrich Merz’ Regierung: „So kann es nicht weitergehen“

Altbundespräsident Christian Wulff übt scharfe Kritik an Kanzler Friedrich Merz’ Regierung – mangelnder Elan und Entscheidungsstärke

In einem Ende Dezember geführten Interview mit der Süddeutschen Zeitung hat der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff die Bundesregierung unter Friedrich Merz für fehlenden Gestaltungswillen und zögerliches Handeln scharf angegriffen. Er forderte dringende Kurskorrekturen und warnte, die aktuelle Politik versage bei der Bewältigung zentraler Herausforderungen.

Wulff verlangte von Merz’ Regierung einen radikalen Neuanfang: „Der Jahreswechsel muss für die Regierung tatsächlich ein Moment der Klarheit sein. So wie bisher kann es einfach nicht weitergehen. Was wir brauchen, ist ein echter Reset.“ Er drängte auf schnellere Entscheidungsprozesse und betonte, die Koalition müsse sich in mehr Fragen einigen – und diese dann konsequent umsetzen.

Regieren verglich er mit Autofahren und erklärte: „Wenn man am Steuer sitzt, muss man auch fahren.“ Zudem kritisierte Wulff die Krisenbewältigung der Regierung. Ständige Klagen über äußere Zwänge seien kontraproduktiv; stattdessen brauche es lösungsorientiertes Handeln. In der Migrationsdebatte widersprach er dem vorherrschend negativen Ton. Er verwies auf das wirtschaftliche Potenzial qualifizierter Zuwanderer, insbesondere von Syrern in Deutschland, die beim Wiederaufbau ihrer Heimat helfen könnten. „Bei uns leben viele hochqualifizierte Syrer“, sagte er. „Wenn wir ihre Mobilität fördern, können sie zum Wiederaufbau ihres Landes beitragen – was auch der deutschen Wirtschaft zugutekäme.“

Über innere Themen hinaus skizzierte Wulff weitere Chancen: Deutsche Unternehmen könnten eine Rolle beim Wiederaufbau Syriens, Gazas und der Ukraine spielen und so wirtschaftliche Impulse mit humanitärer Hilfe verbinden. Zudem regte er an, die Regierungsarbeit zu straffen – durch weniger Ministerien und klarere Kommunikation, um das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen.

Wulffs Äußerungen setzen Merz’ Koalition unter Zugzwang, schneller zu handeln. Seine Forderungen nach einem Neuanfang, besserer Krisensteuerung und einer konstruktiveren Migrationspolitik spiegeln die wachsende Unzufriedenheit mit der aktuellen politischen Richtung wider. Die Regierung steht nun vor der Erwartung, im neuen Jahr endlich greifbare Ergebnisse zu liefern.