Deutsche Bahn will Pünktlichkeit bis 2029 auf 70 Prozent steigern – doch die Herausforderungen sind gigantisch

Rail-Chefin Palla erwartet keine Verbesserung der Pünktlichkeit im Fernverkehr - Deutsche Bahn will Pünktlichkeit bis 2029 auf 70 Prozent steigern – doch die Herausforderungen sind gigantisch
Evelyn Palla, die neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, hat einen umfassenden Plan vorgelegt, um die sinkende Pünktlichkeit im Fernverkehr zu bekämpfen. Seit ihrem Amtsantritt am 1. Oktober 2025 hat Palla drei Sofortmaßnahmen angekündigt, die darauf abzielen, den Komfort deutlich zu verbessern und bis 2029 eine Pünktlichkeitsquote von 70 Prozent zu erreichen.
Als Hauptgrund für den jüngsten Rückgang der Pünktlichkeit nennt Palla den schlechten Zustand der Schieneninfrastruktur. Seit Juni liegt die Pünktlichkeit monatlich unter 60 Prozent und erreichte im Oktober mit 51,5 Prozent einen Tiefstand. Das Ausmaß der Probleme – von Stellwerken über Gleise und Weichen bis hin zu Oberleitungen – war in den Prognosen der Deutschen Bahn nicht vorhergesehen worden. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, plant Palla für 2026 eine grundlegende Umstrukturierung, bei der Entscheidungen dezentraler getroffen werden sollen, um Infrastrukturprobleme und Verspätungen effizienter anzugehen. Zudem strebt sie an, bis 2036 insgesamt 40 stark frequentierte Strecken zu sanieren. Die Bahn hatte zuvor eingeräumt, dass das jährliche Pünktlichkeitsziel von 65 bis 70 Prozent nicht mehr erreichbar sei – was Pallas neue Vorgaben umso ehrgeiziger erscheinen lässt.
Gelingt die Umsetzung ihrer Pläne, könnte sich die Pünktlichkeit und der Reisekomfort im deutschen Fernverkehr spürbar verbessern. Mit dem Fokus auf Infrastrukturmodernisierung und dezentrale Entscheidungsstrukturen zeigt Palla Entschlossenheit, die Ursachen für Verspätungen an der Wurzel zu packen. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob diese ambitionierten Ziele erreicht werden können.
