Deutsche Start-ups werden zunehmend von den USA angezogen

Admin User
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Eine Maschine ist in der Mitte des Bildes auf dem Boden positioniert, mit Graffiti an der Wand im Hintergrund.

Deutsche Start-ups werden zunehmend von den USA angezogen

Immer mehr deutsche Startups ziehen in die USA

Zusammenfassung Eine wachsende Zahl deutscher Gründer verlagert ihre Startups in die USA. Experten warnen vor einem Brain-Drain, der die Innovationskraft Deutschlands gefährden könnte.

Artikeltext Immer mehr deutsche Startups wandern in die USA ab – eine Entwicklung, die Sorgen vor einem zunehmenden Brain-Drain schürt. Als Hauptgründe für den Umzug nennen Gründer bessere Finanzierungsmöglichkeiten, einen größeren Pool an Fachkräften und ein flexibleres Geschäftsumfeld. Dieser Trend setzt Deutschland unter Druck, seine technologische Elite im Land zu halten.

Das KI-Unternehmen Dryft, mitgegründet von Anna-Julia Storch und Leonie Freisinger, entschied sich für San Francisco statt Deutschland als Standort. Freisinger betonte, dass die hohe Dichte an ehrgeizigen Visionären, der flexible Arbeitsmarkt und der Zugang zu Top-Talenten im Silicon Valley ausschlaggebend gewesen seien. Der Schritt steht exemplarisch für eine breitere Bewegung unter deutschen Gründern.

Die Risikokapital-Landschaft in Deutschland hinkt der der USA hinterher: 2021 lagen die Investitionen bei nur 0,42 % des BIP – im Vergleich zu 1,35 % in den Vereinigten Staaten. Diese Finanzierungslücke treibt viele Gründer ins Ausland. Zwar bieten Programme wie EXIST und der High-Tech Gründerfonds (HTGF) Unterstützung in der Frühphase, doch können sie weder Umfang noch Ressourcen der US-Konkurrenz erreichen. Die Kritik am deutschen Tech-Standort wird lauter: Palantir-Chef Alex Karp bezeichnete die hiesige Szene kürzlich als die „schlechteste Tech-Landschaft der Welt“. Simon Schmincke von Creandum sprach von einer „vernichtenden“ Stimmung unter deutschen Gründern – was die Abwanderung weiter anheizt. Die USA locken weiterhin mit einem dynamischen Ökosystem und einem dichten Netzwerk an Expertise, während Deutschland Gefahr läuft, seine besten Köpfe zu verlieren.

Der stetige Abfluss von Startups und Fachkräften könnte die Innovationsfähigkeit Deutschlands langfristig schwächen. Mit weniger Ressourcen und einem weniger wettbewerbsfähigen Umfeld dürfte es dem Land zunehmend schwerfallen, seine Tech-Elite zu halten. Die wirtschaftlichen Folgen dieses Brain-Drains bleiben eine drängende Herausforderung für Politiker und Wirtschaftsführer.