Deutschland führt modifizierte Wehrpflicht ein – 80.000 zusätzliche Soldat:innen geplant

Admin User
2 Min.
Eine Kirche ist prominent in der Mitte des Bildes zu sehen.

Evangelische Kirche will Beratung zum Wehrdienstausschluß ausweiten - Deutschland führt modifizierte Wehrpflicht ein – 80.000 zusätzliche Soldat:innen geplant

Deutschland hat mit einem neuen Gesetz, das am 1. Januar in Kraft trat, eine Form der Wehrpflicht wieder eingeführt. Damit soll die Zahl der aktiven Soldatinnen und Soldaten um 80.000 auf insgesamt 260.000 erhöht werden. Junge Männer und Frauen, die 2008 oder später geboren wurden, erhalten nun einen persönlichen Fragebogen, um ihre Bereitschaft zum Dienst in der Bundeswehr zu ermitteln.

Das überarbeitete System sieht keine sofortige Dienstpflicht vor, führt aber eine verpflichtende Erfassung ein. Alle Jugendlichen, die am oder nach dem 1. Januar 2008 geboren wurden, werden zu ihrer Einstellung gegenüber einem Militärdienst befragt. Die Ergebnisse sollen künftige Rekrutierungsbemühungen unterstützen.

Zudem wird die Reserve auf 200.000 Personen ausgebaut. Parallel dazu hat die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) ihr Beratungsangebot für Menschen erweitert, die über den Militärdienst nachdenken. Zwar gab es 2023 keine öffentlich bekannten Fälle von Kriegsdienstverweigerung, doch die EKM rechnet aufgrund des neuen Gesetzes mit einer höheren Nachfrage.

Die Beratungsstellen der Kirche stehen sowohl jungen Menschen als auch Reservisten oder aktiven Soldatinnen und Soldaten offen. Die Berater bieten neutrale Unterstützung, um Betroffenen eine fundierte Entscheidung über ihre militärischen Verpflichtungen zu ermöglichen.

Der Fragebogen bildet den ersten Schritt bei der Bewertung möglicher Rekruten im neuen System. Angesichts des geplanten deutlichen Ausbaus der Bundeswehr bereiten sich Regierung und Unterstützungsorganisationen wie die EKM auf ein verstärktes Engagement vor. Das Gesetz markiert einen Wandel in der deutschen Verteidigungspolitik – mit Fokus auf Einsatzbereitschaft und freiwillige Teilnahme.