20 April 2026, 16:06

Deutschland privatisiert Sefe – und plant Milliarden-Deal mit Uniper-Fusion

Eine Balkendiagramm, das die Abhängigkeit Europas von russischem Erdgas zeigt, mit Prozentangaben für die Investitionen in dem Land.

Deutschland privatisiert Sefe – und plant Milliarden-Deal mit Uniper-Fusion

Deutschland treibt die Pläne zur Privatisierung von Sefe voran, der ehemaligen Gazprom-Tochter Germania, die derzeit unter staatlicher Kontrolle steht. Die Bundesregierung strebt an, durch eine Kapitalerhöhung zwischen 1,5 und 2 Milliarden Euro einzunehmen. Unterdessen hat die USA eine vorübergehende Ausnahme von Sanktionen für ein serbisches Ölunternehmen mit Russland-Bezug verlängert.

Die Entscheidung fällt in eine Zeit zunehmender Spannungen um die Gasversorgung in Europa, nachdem Gazprom gedroht hat, Moldau im kommenden Jahr die Lieferungen zu kürzen.

Das US-Finanzministeriums Office of Foreign Assets Control (OFAC) hatte Gazprom Neft ursprünglich eine Frist von 45 Tagen gesetzt, um seinen Anteil an der Naftna Industrija Srbije (NIS), Serbiens größtem Ölkonzern, zu veräußern. Nun wurde jedoch eine letzte einmonatige Fristverlängerung gewährt, wodurch sofortige Maßnahmen vorerst ausbleiben.

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In Deutschland verwaltet Sefe – nach Gazproms Rückzug umbenannt – kritische Energieinfrastrukturen, darunter Gasspeicher, Pipelines und eine in Großbritannien ansässige Handelsabteilung. Die Regierung plant, ihren Anteil bis Ende 2028 um mindestens 75 Prozent zu reduzieren. Sefe hat bestätigt, dass es seine Vermögenswerte nicht zerschlagen, sondern die Kerngeschäfte zusammenhalten wird.

Gleichzeitig prüft Deutschland eine mögliche Fusion zwischen Sefe und Uniper, einem weiteren großen Gasimporteur. Ein solcher Schritt könnte den Energiemarkt des Landes neu ordnen, während es bestrebt ist, die Abhängigkeit von russischen Lieferungen zu verringern.

Unterdessen hat Gazprom Moldau gewarnt, dass die Gaslieferungen ab dem 1. Januar 2023 aufgrund ausstehender Schulden eingestellt werden könnten. Als Reaktion erwägt Moldau die Verstaatlichung seines Gasversorgers Moldovagaz, um die Energieversorgung zu sichern.

Die Privatisierung von Sefe markiert einen wichtigen Schritt in Deutschlands Abkehr von der Abhängigkeit von russischem Gas. Die US-Ausnahmegenehmigung für NIS schafft vorläufig Entlastung, doch langfristige Lösungen bleiben ungewiss. Moldaus mögliche Verstaatlichung von Moldovagaz spiegelt die breiten Bemühungen wider, die Gasversorgung angesichts der anhaltenden Konflikte mit Gazprom zu stabilisieren.

Quelle