Deutschlands ETF-Performance schwächelt: Warum der EWG 2025 hinter den USA zurückbleibt

Admin User
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Ein Tisch mit Monitoren, die Daten von elektrischen Geräten anzeigen.

Deutschlands ETF-Performance schwächelt: Warum der EWG 2025 hinter den USA zurückbleibt

Deutschlands Aktienmarkt verzeichnete 2025 starke Zuwächse und überflügelte lange Zeit US-Werte. Doch in den letzten Monaten kam der iShares MSCI Germany ETF (EWG) ins Stocken und hielt mit der breiten globalen Marktentwicklung nicht mehr Schritt. Nun lastet zusätzlicher Druck auf der Performance des Fonds – durch wirtschaftliche Risiken in China und mögliche Zinserhöhungen.

Im ersten Quartal 2025 erzielte der EWG noch eine Rendite von 17 Prozent und profitierte damit vom europäischen Aufschwung zu Jahresbeginn. Seit Juli jedoch bewegt sich der Fonds seitwärts und verfehlt neue Höchststände, während US-amerikanische und andere internationale Märkte weiter stiegen. Rechnet man den 15-prozentigen Anstieg des Euro gegenüber dem Dollar heraus, relativieren sich die tatsächlichen Erträge deutlich.

Der ETF ist stark in zyklische Sektoren investiert, wobei Industrie- und Finanzwerte fast die Hälfte des Portfolios ausmachen. Diese Ausrichtung macht ihn anfällig für Entwicklungen in China, einem zentralen Absatzmarkt für deutsche Exporte. Eine Schwächephase dort könnte die Auftragslage der Industrie und die Gewinne des Finanzsektors belasten. Zudem stellen steigende Zinsen 2025 eine weitere Herausforderung dar: Sollte das Wachstum nachlassen, könnten deutsche Banken unter schrumpfenden Zinsmargen leiden.

Aktuell liegt die Bewertung des EWG bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14,5 – im globalen Vergleich zwar moderat, aber nicht der günstigste unter den länderspezifischen ETFs. Der Fonds verwaltet ein Volumen von 1,8 Milliarden US-Dollar und weist eine Kostenquote von 0,50 Prozent auf. Seit dem Sommer hat er zudem im Vergleich zum S&P-500-ETF (SPY) an Boden verloren. Die Performance-Lücke unterstreicht, wie der anfängliche Schwung Deutschlands nachließ, während die US-Märkte weiter vorpreschten.

Die weiteren Aussichten des EWG hängen nun davon ab, ob die deutsche Wirtschaft den externen Belastungen standhält. Eine Abkühlung in China oder weitere Zinserhöhungen könnten die zyklischen Positionen des Fonds belasten. Derzeit bleibt er ein mittelgroßer Akteur im ETF-Markt – doch die jüngste Stagnation steht in scharfem Kontrast zu den früheren Gewinnen.