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Ein Tisch mit verschiedenen musikalischen Instrumenten, darunter eine Gitarre, ein Xylophon, Harmonikas, ein Piano, ein Spielzeug, ein Plastik-Ei und ein Horn.

Die älteste spielbare Orgel der Welt erklingt seit 1425 in Östönnen

Die St.-Andreas-Kirche in Östönnen bei Soest beherbergt die älteste spielbare Orgel der Welt. Das Instrument, das auf das Jahr 1425 zurückgeht, hat mehr als sechs Jahrhunderte überdauert. Sein Alter und der einzigartige Klang machen es zu einem seltenen Schatz mittelalterlicher Handwerkskunst.

Die hölzernen Teile der Orgel, darunter die Windlade, wurden bereits um 1410 gefertigt. Trotz ihres hohen Alters ist sie noch immer funktionsfähig – auch weil die Kirchengemeinde nie die Mittel für eine Modernisierung hatte. 1722 erwarb die Gemeinde das Instrument günstig von einer benachbarten Pfarrei in Soest.

Experten bezeichnen die Orgel als eine „orgelhistorische Rarität“ wegen ihrer filigranen Verzierungen und ihres historischen Werts. Der Organist Leon Berben beschreibt ihren Klang als „unglaublich intensiv“ und „umhüllend“ – eine Qualität, die Zuhörer in das späte Mittelalter zurückversetzt. Um ihre Authentizität zu bewahren, rät Berben davon ab, das Instrument zu verändern. Die St.-Andreas-Gemeinde veranstaltet regelmäßig Konzerte, um die einzigartigen Klänge der Orgel zu präsentieren. Pfarrer Volker Kluft sieht in ihrer Erhaltung eine Verantwortung, damit auch künftige Generationen dieses Stück Musikgeschichte erleben können.

Das Überdauern der Orgel verdankt sich ihrem unveränderten Zustand und sorgfältiger Pflege. Die Konzerte lenken weiterhin die Aufmerksamkeit auf ihren mittelalterlichen Klang, während sich die Kirchengemeinde ihrem Schutz verpflichtet fühlt. Mit 601 Jahren ist sie nicht nur ein funktionierendes Instrument, sondern auch eine lebendige Verbindung zur Vergangenheit.