DRK-Präsident Gröhe warnt vor kurzsichtigen Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen
Lea KrauseDRK-Präsident Gröhe warnt vor kurzsichtigen Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen
Hermann Gröhe, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), hat die Politik aufgefordert, die geplanten Reformen im Gesundheitswesen grundlegend zu überdenken. Vor den anstehenden entscheidenden Beratungen warnte er, dass kurzfristige Sparmaßnahmen langfristig zu höheren finanziellen Belastungen führen könnten. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der das Sozialsystem durch die alternde Bevölkerung und wirtschaftliche Belastungen unter zunehmendem Druck steht.
Gröhe betonte, dass eine Schwächung der ambulanten Pflege mehr Menschen früher in stationäre Einrichtungen drängen würde. Dies werde auf Dauer die Kosten für den Staat in die Höhe treiben, argumentierte er. Stattdessen plädierte er für eine Stärkung der präventiven Versorgung, um Krankheiten und Pflegebedürftigkeit zu verringern.
Der DRK-Chef unterstrich zudem die Notwendigkeit eines effizienteren Sozialsystems. Durch Bürokratieabbau und eine beschleunigte Digitalisierung ließen sich die Leistungen zielgenauer gestalten, so Gröhe. Gleichzeitig warnte er davor, auf schnelle Lösungen zu setzen, die zwar kurzfristig Geld sparen, langfristig aber teurer werden.
Gröhe begrüßte zwar, dass die Regierungskommission zum Sozialstaat Forderungen von Sozialverbänden aufgegriffen habe. Dennoch bestand er darauf, dass Wohlfahrtsorganisationen eine zentrale Rolle bei der Ausgestaltung der Reformen spielen müssten. Große Veränderungen könnten nicht allein über reguläre Kabinetts- oder Parlamentsverfahren beschlossen werden, mahnte er.
Zu den drängendsten Herausforderungen zählte Gröhe den wachsenden Anteil älterer und pflegebedürftiger Menschen. Zudem nannte er zunehmende Vereinsamung und die Integration von Migrantinnen und Migranten als vordringliche Aufgaben. Die wirtschaftliche Schwächephase schränke die verfügbaren Mittel weiter ein und mache Reformen umso dringlicher.
Das Deutsche Rote Kreuz pocht darauf, bei der Ausarbeitung der Gesundheitsreformen mit am Tisch zu sitzen. Gröhes Warnungen zielen darauf ab, kurzfristige Einsparungen mit langfristiger Tragfähigkeit in Einklang zu bringen. Sein Appell für eine intensivere Einbindung der Wohlfahrtsverbände deutet darauf hin, dass diese im anstehenden Diskurs eine aktive Rolle einnehmen werden.






