Admin User
2 Min.
Drei Männer auf der Bühne bei einem Konzert: einer spielt Schlagzeug in der Mitte, und zwei spielen Gitarre und singen auf der linken und rechten Seite, mit einem Banner an der Wand und Lampen an der Decke darüber.

Ein letztes Mal: Das Bergmannslied zu Weihnachten auf der Moerser Schacht IV

Zum letzten Mal: Das Steigerlied zu Weihnachten an Schacht IV in Moers

Nach fast 100 Jahren sang der Knappenchor Rheinland das Steigerlied ein letztes Mal vor Weihnachten an der Zeche Moers.

  1. Dezember 2025, 09:43 Uhr

Nach 93 Jahren Tradition hat der Knappenchor Rheinland seinen letzten Auftritt gegeben. Die historische Formation, die eng mit dem Bergbau-Erbe von Moers verbunden ist, sang am 21. Dezember 2025 ein letztes Mal am alten Förderschacht der Stadt. Nur noch 14 hochbetagte Mitglieder – die meisten Mitte 80 – standen für diesen bewegenden Abschied auf der Bühne.

Das Konzert markierte das Ende einer Ära für den Chor, der 1932 gegründet worden war. Schwindende Mitgliederzahlen und fehlender Nachwuchs zwangen die Gruppe zur Auflösung. Vorsitzender Peter Noruschat kämpfte mit den Tränen, als er das Publikum ansprach und kaum über die Entscheidung sprechen konnte.

Jahrzehntelang hatte der Chor die Tradition der Bergmannslieder bewahrt, darunter die inoffizielle Hymne der Kumpel, das Steigerlied. An diesem Abend intonierten sie es ein letztes Mal. Zwar sind die öffentlichen Auftritte nun vorbei, doch die verbliebenen Mitglieder haben versprochen, sich weiterhin zu treffen. Künftig wollen sie sich wöchentlich im privaten Kreis versammeln – um ihre Freundschaft zu pflegen, wenn nicht mehr ihre Tradition. Der historische Förderschacht, an dem einst Generationen von Bergleuten arbeiteten, bildete eine passende Kulisse für das letzte Konzert. Die Stätte war jahrzehntelang Schauplatz der Weihnachtsauftritte des Chors, was dem Abschiedskonzert eine besondere Würde verlieh.

Die Auflösung des Knappenchors Rheinland hinterlässt eine Lücke in der Kulturgeschichte von Moers. Die 14 verbliebenen Sänger, zu wenige, um weiterzumachen, werden nicht mehr öffentlich auftreten. Doch ihre wöchentlichen Treffen werden den Geist des Chors auf leiser, unscheinbarere Weise am Leben halten.