Europas Industrie setzt auf Recycling, um Chinas Macht über Seltene Erden zu brechen

Remloy: Recycling Reduziert Abhängigkeit von Seltenen Erden - Europas Industrie setzt auf Recycling, um Chinas Macht über Seltene Erden zu brechen
Chinas Exportbeschränkungen für Seltene Erden zwingen europäische Industrien zum Umdenken. Als im April 2023 die Ausfuhrkontrollen für sieben Schlüsselrohstoffe und Magnete verschärft wurden, schlug dies auf dem gesamten Kontinent Alarm. Nun setzen Unternehmen zunehmend auf Recycling, um ihre Abhängigkeit von Importen zu verringern.
Besonders Deutschland ist in hohem Maße von China abhängig – 2024 stammten 65,5 Prozent seiner Seltenen-Erden-Lieferungen von dort. Bei kritischen Elementen wie Neodym, Praseodym und Samarium ist die Abhängigkeit sogar noch größer und liegt nahe an einer vollständigen Versorgung aus China.
Europa verbraucht jährlich rund 20.000 metrische Tonnen an Magnetmaterial. Bis 2030 könnte das Recycling 3.000 bis 5.000 Tonnen dieses Bedarfs decken. Ein Vorreiter in diesem Bereich ist Remloy, eine Tochtergesellschaft von Heraeus, die Seltene Erden aus alten Hochleistungsmagneten zurückgewinnt – etwa aus Elektroantrieben und Windkraftanlagen.
Anfang Dezember 2023 deutete China zwar an, einige Exportbeschränkungen lockern zu wollen. Doch die Unsicherheit hatte bereits eine Welle des Interesses an Recycling ausgelöst. Hersteller, besorgt über Risiken in den Lieferketten, begannen, Wege zu suchen, um Rohstoffe näher an der Heimat zu sichern. David Bender, einer der beiden Geschäftsführer von Remloy, bezeichnet Recycling als eine "Versicherungspolice" für Branchen, die mit Engpässen konfrontiert sind.
Die EU hat mit neuen Vorschriften reagiert, um die heimische Produktion und das Recycling zu stärken. Der im Jahr 2023 verabschiedete Critical Raw Materials Act (Gesetz zu kritischen Rohstoffen) zielt darauf ab, Europas Position bei der Verarbeitung Seltener Erden und kritischer Mineralien zu festigen. Bender schlägt weitere Maßnahmen vor, etwa verbindliche Quoten für in Europa gewonnene Rohstoffe oder ein Verbot des Exports alter Magnete, um die industrielle Basis des Kontinents zu schützen.
Obwohl keine konkreten Unternehmen öffentlich genannt wurden, hat das Streben nach Recyclinglösungen seit den politischen Kursänderungen Chinas an Fahrt aufgenommen. Im Mittelpunkt steht nun der Aufbau von Infrastruktur, um wertvolle Metalle zurückzugewinnen, bevor sie zu Abfall werden.
Das Recycling Seltener Erden bietet Europa eine Chance, seine Abhängigkeit von chinesischen Importen zu verringern. Mit politischer Unterstützung und wachsendem Interesse der Industrie erweitern Unternehmen wie Remloy ihre Rückgewinnungsaktivitäten. Das Ziel ist klar: eine stabile Versorgung mit kritischen Rohstoffen sicherzustellen – ohne sich auf eine einzige ausländische Quelle verlassen zu müssen.
