31 March 2026, 12:07

EZB plant dreistufige Strategie gegen Energieschock und drohende Inflation

Plakat mit der Überschrift "Unter dem Inflationsreduktionsgesetz von Präsident Biden" mit fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, unterteilt in zwei Abschnitte: Der obere Abschnitt erläutert die Auswirkungen des Gesetzes und der untere Abschnitt zeigt die visualisierten Auswirkungen in Blau und Grün.

EZB plant dreistufige Strategie gegen Energieschock und drohende Inflation

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat eine dreistufige Strategie zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Instabilität vorgelegt, die durch steigende Energiepreise und den Iran-Krieg ausgelöst wurde. EZB-Präsidentin Christine Lagarde stellte den Plan vor, nachdem die Ölpreise seit Ende Februar um fast 60 Prozent gestiegen sind und Ende März 2026 zwischen 107 und 112 US-Dollar pro Barrel erreichten. Der Ansatz der EZB hängt davon ab, wie schwerwiegend und langanhaltend der Energieschock ausfällt.

Die aktuellen Ölpreise liegen nahe dem 95. Perzentil der erwarteten Werte und wecken Befürchtungen über Inflation und Wirtschaftswachstum.

Als ersten Schritt plant die EZB, einen kurzfristigen Preisschub bei Energie zu ignorieren, sofern er zeitlich begrenzt bleibt. Diese zurückhaltende Vorgehensweise soll verhindern, dass auf vorübergehende Schwankungen überreagiert wird. Falls die Inflation das Ziel jedoch deutlich, aber noch beherrschbar übersteigt, greift die zweite Stufe: Die Bank würde ihre Geldpolitik schrittweise anpassen, um die Preise wieder unter Kontrolle zu bringen – ohne radikale Maßnahmen.

Ein tiefergreifender Energieschock, wie ihn die Angriffe der Huthi-Rebellen auf die Schifffahrt Ende 2023 auslösten, könnte die Lage verschärfen. Damals wurde die Hälfte des Verkehrs durch den Suezkanal umgeleitet, und die Handelsströme erholten sich nie vollständig. In einem solchen Szenario warnt die EZB vor einer leichten Rezession, bei der die Wirtschaftsleistung bis Ende 2026 stagniert, bevor sich eine langsame Besserung abzeichnet.

Im schlimmsten Fall wären drastische Maßnahmen nötig: Hält die Inflation mehr als zwei Jahre auf einem übermäßig hohen Niveau an, würde die EZB entschlossen eingreifen – selbst auf die Gefahr hin, die Wirtschaft in eine tiefere Rezession zu stürzen, um die Preise zu stabilisieren. Unterdessen deuten die bevorstehenden Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf global höhere Preise und schwächeres Wachstum hin.

Die Ölpreise haben bereits frühere Schätzungen übertroffen. Während die EZB in ihrer Prognose vom März 2026 noch von einer kurzen Krise mit Spitzenwerten von 95 bis 100 US-Dollar ausging, bevor die Preise wieder fallen würden, bleiben die aktuellen Werte hartnäckig hoch. Ende März pendelte sich der Preis für Brent-Rohöl bei 107 bis 112 US-Dollar ein – entsprechend dem worst-case-Szenario der EZB für eine länger anhaltende Krise.

Im ungünstigsten Fall würde die Reaktion der EZB minimal ausfallen: Für 2026 sind lediglich zwei moderate Zinserhöhungen vorgesehen, während die Wirtschaftsleistung monatelang stagniert, bevor sich eine zögerliche Erholung abzeichnet.

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Die Strategie der EZB balanciert zwischen Vorsicht und entschlossenem Handeln – je nachdem, wie lange die hohen Energiepreise anhalten. Bleibt die Inflation hartnäckig hoch, könnten strengere Maßnahmen zwar eine Rezession vertiefen, zielen aber darauf ab, die Preise zu stabilisieren. Die Warnungen des IWF vor schwächerem Wachstum und höheren Kosten erhöhen den Druck auf die Politik, die Entwicklungen auf den Ölmärkten genau zu beobachten.

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