Friedrich Merz als Kanzler: Kann er die verlorene Etikette im Bundestag retten?

Knigge-Experte lobt gute Manieren von Bundeskanzler Merz - Friedrich Merz als Kanzler: Kann er die verlorene Etikette im Bundestag retten?
Die Debatten im Bundestag sind in den letzten Jahren lauter und emotionaler geworden. Laut Clemens Graf von Hoyos, dem Vorsitzenden der Deutschen Knigge-Gesellschaft, fehlt es zunehmend an gutem Benehmen. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der Bundeskanzler Friedrich Merz – bekannt für sein makelloses Auftreten – nach seiner Wahl am 6. Mai 2025 sein Amt antritt.
Friedrich Merz, der neue Kanzler, gilt seit Langem als Inbegriff formeller Umgangsformen. Seine berufliche Laufbahn als Richter, Anwalt und ehemaliger Deutschland-Chef von BlackRock prägte seinen kontrollierten Stil. Clemens Graf von Hoyos hebt diese Eigenschaften hervor und beschreibt gutes Benehmen im Parlament als Zurückhaltung, Eleganz und die Fähigkeit, Impulse zu steuern.
Von Hoyos lobt Merz’ Aufmerksamkeit für Details, selbst in Kleinigkeiten. So findet etwa die Wahl des Kanzlers zu Krawatten mit Tiermuster Anerkennung – vorausgesetzt, das Muster ist nach vorne gerichtet und der Elefantenrüssel zeigt nach oben. Eine solche Präzision spiegelt Merz’ Ruf als Verfechter klassischer Etikette wider. Der Kontrast zu der derzeitigen Debattenkultur im Parlament könnte größer nicht sein. Von Hoyos stellt fest, dass sich die Diskussionen hin zu inszenierten, emotional aufgeladenen Wortgefechten entwickelt haben. Dieser Wandel, so seine Einschätzung, habe die traditionellen Maßstäbe an Anstand untergraben, die einst im Bundestag selbstverständlich waren.
Als Bundeskanzler bringt Friedrich Merz eine von juristischer und unternehmerischer Disziplin geprägte Erfahrung mit. Seine Wahl am 6. Mai 2025 folgte seiner Nominierung als Kandidat der CDU/CSU für die Bundestagswahl 2025. Gleichzeitig steht die parlamentarische Kultur insgesamt in der Kritik, da die Einhaltung formeller Umgangsformen zunehmend bröckelt.