Fünf neue Traditionen werden deutsches Kulturerbe – von Fischerei bis Herrenschneiderei
Leon SchulzFünf neue Traditionen werden deutsches Kulturerbe – von Fischerei bis Herrenschneiderei
Deutschland hat fünf neue Traditionen in seine Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Der Staatsminister für Kultur, Wolfram Weimer, und die Deutsche UNESCO-Kommission gaben die Auswahl bekannt. Zu den Neuzugängen zählen die Schaustellerkultur auf Volksfesten, die Fischerei in der Ostsee sowie die Herrenschneiderei.
Die jüngsten Ergänzungen spiegeln eine Mischung aus Handwerkskunst, Gemeinschaftsaktivitäten und regionalen Bräuchen wider. Die Schausteller auf Volksfesten, die Laternenumzüge zum Martinstag im Rheinland und das Straßenfußballspiel auf dem Bolzplatz sind nun offiziell anerkannt. Auch die Kunst der Herrenschneiderei fand Aufnahme – ein Beleg für ihre langjährige Bedeutung im deutschen Handwerk.
Weimers Ansatz zur Bewahrung des kulturellen Erbes prägte die endgültige Liste. Während die Herrenschneiderei Anerkennung fand, blieben andere Elemente wie der Döner Kebab oder linksalternative Buchhandlungen außen vor. Seine jüngste Entscheidung, die Förderung eines Übersetzungsprojekts für palästinensische Autor:innen zu streichen, löste zudem Kontroversen aus. Acht SPD-geführte Bundesländer protestierten gegen diesen Schritt und kritisierten den Ausschluss bestimmter kultureller Ausdrucksformen.
Selbst manche bekannte deutsche Traditionen verpassten die Aufnahme. Die Bratwurst vom SPD-Sommerfest etwa erhielt keine staatliche Anerkennung als Kulturgut.
Die aktualisierte Liste umfasst nun 150 immaterielle Schätze – von regionalen Festen bis hin zu traditionellen Handwerken. Die Auswahl folgt Weimers Prioritäten, die sowohl Zustimmung als auch Kritik hervorrufen. Künftige Entscheidungen über Kulturförderung und Anerkennung werden voraussichtlich ähnlich genau unter die Lupe genommen werden.






