Fußballfans protestieren gegen Sicherheitspläne vor Innenministertreffen in Bremen

Fußballfans protestieren gegen Sicherheitspläne vor Innenministertreffen in Bremen
Fußballfans in ganz Deutschland protestieren gegen geplante Sicherheitsmaßnahmen vor Schlüsseltreffen der Innenminister
Vor dem anstehenden Treffen der Innenministerkonferenz haben Fußballfans in Deutschland mit Protesten gegen geplante Verschärfungen der Sicherheitsvorkehrungen demonstriert. In mehreren Bundesliga-Stadien kam es zu Kundgebungen, bei denen Anhänger ihre Besorgnis über strengere Kontrollen und mögliche Einschränkungen der Fankultur zum Ausdruck brachten. Die Thematik steht auf der Agenda der Innenministerkonferenz in Bremen, die vom 3. bis 5. Dezember 2025 stattfindet.
Am Wochenende gab es in mehreren Arenen Protestaktionen. Beim Heimspiel des FC Bayern München gegen den FC St. Pauli zeigten Fans eine Karikatur des Hamburger Innensenators Andy Grote, der einen überdimensionalen Schlagstock hält. Gleichzeitig hielten Anhänger des 1. FC Union Berlin vor dem Spiel gegen den 1. FC Heidenheim Schilder mit der Aufschrift „Fankultur überdauert jede Ministerkonferenz“ hoch.
In Augsburg richteten sich die Proteste gegen den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann – ein Transparent mit der Botschaft „Minister Herrmann: Finger weg von unserer Fankultur“ wurde entrollt. Auch die Fans von Bayer Leverkusen beteiligten sich an den Aktionen und präsentierten während des Spiels gegen Borussia Dortmund ein Banner mit der Parole „Stopp dem Populismus". In vielen Blöcken kam es zudem zu Schweigeminuten, bei denen die Anhänger bewusst auf Gesänge und Jubel verzichteten.
Zu den umstrittenen Maßnahmen zählen personalisierte Pflichttickets, KI-gestützte Einlasskontrollen und verschärfte Stadionverbote. Diskutiert wird zudem die Einrichtung einer zentralen Sperrkommission, die Verbote ohne gerichtliches Verfahren verhängen könnte – was den Grundsatz der Unschuldsvermutung untergraben würde. Weitere Vorschläge sehen eine bessere Abstimmung zwischen Vereinen, Polizei und lokalen Behörden vor sowie die Einführung von „Stadionbündnissen“ zur Koordination der Sicherheit an Spieltagen. Kritiker befürchten, dass diese Schritte zu übermäßiger Überwachung führen und die traditionelle Fankultur aushöhlen könnten.
Auf der Innenministerkonferenz in Bremen werden die Pläne nun beraten. Sollten sie beschlossen werden, könnten sie die Sicherheitsstandards im deutschen Fußball grundlegend verändern. Die Fans zeigen sich entschlossen, ihre Rechte zu verteidigen, und warnen davor, dass die Maßnahmen den Geist des Sports gefährden."