24 May 2026, 02:05

Gleichstellungsbeauftragte kämpfen gegen wachsende antifeministische Angriffe in Deutschland

"Ich bin ein einsamer Krieger"

Gleichstellungsbeauftragte kämpfen gegen wachsende antifeministische Angriffe in Deutschland

Gleichstellungsbeauftragte in Deutschland sehen sich einer wachsenden Feindseligkeit ausgesetzt, da antifeministische Angriffe immer häufiger werden. Eine aktuelle Umfrage unter 350 Beauftragten ergab, dass 63 Prozent gezielte Aggressionen erlebt haben – 40 Prozent davon sogar mehrfach innerhalb von nur zwei Jahren. Das Thema stand im Mittelpunkt des diesjährigen BAG-Kongresses in Lübeck, wo Expertinnen und Experten unter dem Motto „Kurs halten in antifeministischen Gewässern“ über Strategien gegen den Widerstand diskutierten.

Antifeminismus, eine organisierte Bewegung, die sich gegen die Rechte von Frauen und queeren Menschen richtet, hat in Deutschland stark an Fahrt aufgenommen. Allein 2024 verzeichnete die Meldestelle Antifeminismus 558 Vorfälle – im Schnitt zehn pro Woche. Die Angriffe reichen von digitaler Hetze bis zu physischer Einschüchterung. Eine Gleichstellungsbeauftragte aus Baden-Württemberg berichtete, dass nach einem öffentlichen Statement zu einem umstrittenen Thema rechtsextreme Aktivisten vor ihrer Haustür aufgetaucht seien.

Die Bedrohungen beschränken sich nicht auf Einzelpersonen. Auch Symbole der Gleichstellung werden angegriffen, etwa die leuchtend orangen Bänke, die im Rahmen der UN-Kampagne „Orange the World“ gegen geschlechtsspezifische Gewalt aufgestellt wurden. In Osnabrück, Wiesbaden und Annweiler kam es zu Vandalismus – die Bänke wurden wiederholt beschädigt oder mit Parolen beschmiert.

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Beim Lübecker Kongress tauschten sich 70 Gleichstellungsbeauftragte über ihre Erfahrungen und Gegenstrategien aus. Viele kritisierten mangelnde institutionelle Unterstützung, darunter Kürzungen im Budget und nachlassendes politisches Engagement. Dass die Bundesfrauenministerin ihre Teilnahme kurzfristig absagte, unterstrich zusätzlich die schrumpfende offizielle Rückendeckung für ihre Arbeit.

Der Kongress endete mit einem Appell für stärkere Netzwerke und kollektives Handeln gegen antifeministische Anfeindungen. Die Gleichstellungsbeauftragten stehen nun vor der Herausforderung, ihre Arbeit angesichts eskalierender Angriffe und begrenzter Ressourcen fortzuführen. Die steigende Zahl dokumentierter Vorfälle deutet darauf hin, dass das Thema in den kommenden Monaten eine drängende Herausforderung bleiben wird.

Quelle