Halle baut Deutschlands erste Groß-Wärmepumpe für klimaneutrale Fernwärme aus Abwasser
Leon SchulzHalle baut Deutschlands erste Groß-Wärmepumpe für klimaneutrale Fernwärme aus Abwasser
In Halle entsteht Deutschlands erste großtechnische Abwasser-Wärmepumpe
Das Projekt besticht durch den Einsatz von Isobutan – einem natürlichen und ungiftigen Kältemittel – und soll eine Schlüsselrolle bei der klimaneutralen Wärmeversorgung der Stadt spielen.
Die Wärmepumpe wird thermische Energie aus gereinigtem Abwasser gewinnen und so eine Heizleistung von 18,5 Megawatt bereitstellen. Gleichzeitig senkt sie die Temperatur des in die Saale eingeleiteten Wassers. Nach Inbetriebnahme könnte das System den CO₂-Ausstoß um bis zu 16.000 Tonnen pro Jahr reduzieren und damit 20 Prozent des Dekarbonisierungsbedarfs im Halleschen Fernwärmenetz decken.
Sämtliche Hauptkomponenten stammen von deutschen Herstellern und stärken so den Mittelstand im Land. Erst vor drei Wochen bewilligte der Bund eine Förderung in Höhe von 50 Millionen Euro für das Vorhaben.
Die Umsetzung schreitet zügig voran: Spezialanfertigungen sollen innerhalb von 24 Monaten geliefert werden. Die Anlage wird in das bestehende Heizkraftwerk am Standort Dieselstraße integriert, das bereits über eine Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) verfügt. Der Regelbetrieb soll in zweieinhalb Jahren aufgenommen werden.
Mit der Nutzung von Abwasser als erneuerbare Energiequelle treibt Halle den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen voran. Ziel ist ein nachhaltigeres Fernwärmenetz. Gelingt das Projekt, könnte es als Vorbild für ähnliche Initiativen in ganz Deutschland dienen.






