31 May 2026, 16:04

Halle diskutiert über Lücken im Zivilschutz – trotz Fortschritten fehlen Schutzräume

Keine sicheren Räume, Vorbereitung auf Blackouts - Ist Halle bereit für die Krise? CDU-Diskussion zu 'Civil Protection' am Dienstag im MMZ

Halle diskutiert über Lücken im Zivilschutz – trotz Fortschritten fehlen Schutzräume

Im kommenden Monat findet in Halle (Saale) eine bedeutende Fachdiskussion zum Zivilschutz statt. Die CDU-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalts veranstaltet unter dem Titel „Perspektiven des Zivilschutzes: Wie gut ist die Gesellschaft vorbereitet?“ am Dienstag, 2. Juni 2026, um 18:00 Uhr im Mitteldeutschen Multimediazentrum (MMZ) eine Veranstaltung, bei der Expertinnen, Experten und Verantwortliche erörtern, wie gut Kommunen und das Land Krisen bewältigen können. Im Fokus stehen dabei sowohl Fortschritte als auch anhaltende Herausforderungen in der Notfallvorsorge.

Halle hat in den vergangenen Jahren seine Notfallsysteme deutlich ausgebaut. Die Stadt ist vollständig an das Modulare Warnsystem des Bundes (MoWaS) angeschlossen, das über Cell Broadcast sowie Apps wie Katwarn Warnmeldungen verbreitet. Zudem wurden bereits 17 Standorte im Sirenennetz der Stadt modernisiert und verstärkt, um im Ernstfall eine flächendeckendere Alarmierung zu gewährleisten.

Auch bei der kritischen Infrastruktur gab es in Halle Fortschritte. Der Energiepark Dieselstraße, ein zertifizierter Betreiber Kritischer Infrastrukturen (KRITIS), hält strenge Sicherheitsvorgaben ein und unterzieht sich jährlichen externen Prüfungen. Die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft (HWS) hat ihre Systeme so aufgerüstet, dass sie bei einem großflächigen Stromausfall die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung bis zu drei Tage aufrechterhalten kann.

Trotz dieser Maßnahmen bleiben Lücken. Zwar verfügt die Stadt über konkrete Schutzpläne für Infrastruktur und Warnsysteme, doch öffentliche Schutzräume – wie sie das Zivilschutz- und Katastrophenhilfegesetz (ZSKG) definiert – gibt es in Halle derzeit überhaupt nicht. Die Zusammenarbeit mit dem Land Sachsen-Anhalt, Hilfsorganisationen und der Bundeswehr wurde zwar in den letzten drei Jahren intensiviert, doch das Fehlen von Schutzräumen stellt eine erhebliche Herausforderung dar.

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Auf dem Podium der Veranstaltung diskutieren Dr. Tamara Zieschang, Kerstin Godenrath, Tobias Krull, Chris Schulenburg und Hendryk Stör über die Widerstandsfähigkeit von Kommunen und Land in Krisensituationen. Dabei werden sowohl erreichte Erfolge als auch Handlungsfelder bewertet, die weiterer Maßnahmen bedürfen.

Die Dialogveranstaltung bietet eine Plattform, um die Notfallvorsorge in Halle kritisch zu beleuchten. Zwar hat die Stadt bei Warnsystemen und Infrastruktursschutz Fortschritte gemacht, doch das Fehlen öffentlicher Schutzräume bleibt ein zentrales Problem. Die Ergebnisse der Diskussion könnten künftige politische Weichenstellungen und Investitionen im Zivilschutz für ganz Sachsen-Anhalt prägen.

Quelle