Halle setzt auf Open-Source: Digitaler Wandel im Stadtrat beschleunigt
Jonas SchulteHalle setzt auf Open-Source: Digitaler Wandel im Stadtrat beschleunigt
Halles Stadtvertretung treibt Umbruch in der digitalen Infrastruktur voran
Die FDP/FREIE WÄHLER-Fraktion im Stadtrat von Halle (Saale) fordert eine grundlegende Neuausrichtung der kommunalen Digitalstrategie: Die Stadt soll vermehrt auf europäische und Open-Source-Software setzen. Ziel ist es, Kosten zu senken, die Kontrolle über Daten zurückzugewinnen und die Abhängigkeit von internationalen Tech-Konzernen zu verringern.
Die Fraktion argumentiert, dass die steigenden Ausgaben für Softwarelizenzen und Wartungsverträge die Haushaltsplanung der Stadt zunehmend belasten. Angesichts dieser Entwicklung wird eine umfassende Überprüfung der digitalen Investitionen gefordert. Zudem warnen die Abgeordneten, dass die Konzentration auf wenige globale Anbieter Risiken für die Datensicherheit und die langfristige Handlungsfähigkeit berge.
Als Lösung schlagen sie den schrittweisen Umstieg auf Open-Source- und europäische Alternativen vor – ein pragmatischer, kein ideologischer Ansatz. Die eingesparten Mittel sollen stattdessen in zentrale kommunale Aufgaben fließen, etwa in die Infrastruktur, die öffentliche Sicherheit oder eine effizientere Verwaltung.
Gemeinsam mit der IT-Consult Halle GmbH wird die Stadt nun prüfen, welche Änderungen umsetzbar sind. Im Fokus stehen Arbeitsplatzrechner, Bürosoftware und Cloud-Lösungen. Die Fraktion betont, dass Open-Source-Tools nicht nur Kostenvorteile bieten, sondern auch mehr Sicherheit und Unabhängigkeit von geopolitischen Risiken gewährleisten können.
Stadtrat Tim Kehrwieder warnte vor den Gefahren, digitale Dienstleistungen an ausländische Unternehmen auszulagern. Dies mache Halle anfällig für unkalkulierbare Kosten, Datenschutzverletzungen und einen Kontrollverlust über die eigenen Systeme.
Mit dem Vorstoß sollen die Ersparnisse aus Softwarelizenzen in dringendere kommunale Projekte umgelenkt werden. Gelingt die Umstellung, könnte Halle seine Abhängigkeit von nicht-europäischen Anbietern verringern und gleichzeitig die digitale Resilienz stärken. Als nächster Schritt steht eine Analyse an, welche Systeme sich reibungslos auf offene und europäische Lösungen umstellen lassen.






