30 April 2026, 16:22

Halles Stadtrat beschließt umstrittenen Umbau der SWH.arena für mehr Spitzensport

Großer Indoor-Handballstadium mit sitzenden und stehenden Zuschauern, Netz auf der linken Seite, Hintergrundplakate mit Text, Überkopfbeleuchtung und freiliegende Dachrohre.

Halles Stadtrat beschließt umstrittenen Umbau der SWH.arena für mehr Spitzensport

Halles Stadtrat gibt grünes Licht für großen Umbau der SWH.arena

Der Stadtrat von Halle (Saale) hat eine umfassende Modernisierung der SWH.arena beschlossen. Die Aufwertung sieht eine Erhöhung der Zuschauerkapazität sowie die Installation eines hochmodernen Glas-Sportbodens vor. Der Beschluss wurde mit 30 Stimmen bei Gegenstimmen und Bedenken wegen der Kosten gefasst.

Mehr Plätze, bessere Perspektiven für den Spitzensport Durch den Ausbau soll die Zuschauerzahl von derzeit 1.200 auf mindestens 1.500 Plätze steigen. Damit erfüllt die Arena strengere Vorgaben der Sportverbände, darunter die der Women's Handball Bundesliga, die ab der Saison 2025/26 mindestens 1.500 Zuschauer pro Spiel vorschreibt. Ohne die Modernisierung droht den Wildcats, dem Handball-Damenteam, bereits ab 2027/28 der Verlust der Erstligalizenz. Auch die Basketballerinnen der Syntainics MBC LIONS könnten ab 2029/30 ähnliche Konsequenzen fürchten.

Ein weiterer zentraler Punkt ist der neue Glas-Sportboden, der die bisherigen mobilen Spezialböden ersetzt, die sich bisher drei Erstligateams teilen mussten. Die Neuerung soll die Flexibilität der Arena erhöhen und logistische Hürden beseitigen.

Kritik und Kontroversen bei der Abstimmung Die Debatte verlief nicht ohne Widerspruch. Ferdinand Rabe (Volt) beantragte, das Projekt an die Bedingung zu knüpfen, dass mindestens 50 Prozent der Finanzierung durch verbindliche Zusagen gesichert werden – sein Änderungsantrag scheiterte jedoch mit nur 11 Ja-Stimmen bei 32 Gegenstimmen und 9 Enthaltungen. Andreas Silbersack (FDP) hinterfragte den Standort in der Neustadt und argumentierte, Halles Sportkultur lebe vor allem von der Basisarbeit und nicht von Großinvestitionen. Katja Müller (Die Linke) wies auf die geschlechtsspezifische Komponente der Diskussion hin und fragte, ob ein Männer-Handballteam ähnlichen Prüfungen unterzogen worden wäre.

Andreas Wels (Hauptsache Halle) unterstützte den Plan und verwies auf Halles starke Sporttradition. Gleichzeitig räumte er ein, dass Unsicherheiten bei der Finanzierung und den langfristigen Kosten bestünden. Die Zukunft des Projekts hängt nun vom Haushalt 2026 ab. Die vorläufigen Kosten werden für 2027 auf 162.100 Euro geschätzt, könnten in den Folgejahren aber auf bis zu 230.000 Euro steigen. Die jährlichen Einnahmen werden auf bis zu 190.000 Euro prognostiziert.

Sicherung des Spitzensports – aber unter Vorbehalt Der Ausbau der SWH.arena soll die Zukunft des Frauen-Handballs und -Basketballs in Halle auf Erstliga-Niveau sichern. Die Arbeiten müssen bis 2026 abgeschlossen sein, um Lizenzverluste für beide Teams zu vermeiden. Doch die Finanzierung und ein verantwortungsvolles Kostenmanagement bleiben die größten Herausforderungen auf dem Weg dorthin.

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