Halles "Zukunftsberufetag" bricht mit Klischees und zeigt neue Wege auf
Lea KrauseHalles "Zukunftsberufetag" bricht mit Klischees und zeigt neue Wege auf
Halle (Saale) veranstaltete kürzlich den "Zukunftsberufetag" im Ratshof
Rund 87 Schülerinnen und Schüler aus ortsansässigen Schulen nahmen an der Veranstaltung teil, die sich mit der Überwindung von Geschlechterklischees bei der Berufswahl befasste und gleichzeitig praktische Einblicke in die Arbeitswelt bot. Organisiert mit Unterstützung von Auszubildenden im ersten Lehrjahr, sollte die Veranstaltung die Lücke zwischen schulischer Bildung und Berufsleben schließen.
Bürgermeister Dr. Alexander Vogt eröffnete die Veranstaltung und betonte ihre Bedeutung als Brücke zwischen theoretischem Lernen und praktischer Erfahrung. Er hob dabei zentrale Kompetenzen wie logisches Denken, klare Kommunikation und soziale Fähigkeiten als entscheidend für den beruflichen Erfolg hervor.
Die Gleichstellungsbeauftragte Daniela Suchantke richtete sich an die Jugendlichen und präsentierte aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes (Stand Dezember 2025). Demnach besteht in Deutschland weiterhin ein deutlicher Gender-Pay-Gap: Männer verdienen demnach durchschnittlich 27,05 Euro pro Stunde, Frauen hingegen nur 22,81 Euro. Zudem thematisierte sie die ungleiche Verteilung unbezahlter Care-Arbeit und unterstrich die Dringlichkeit gesellschaftlicher Veränderungen.
Die Stadtverwaltung präsentierte sich als verlässlicher Arbeitgeber, der nicht nur sichere und unbefristete Arbeitsplätze, sondern auch flexible Arbeitszeitmodelle anbietet. An der Veranstaltung nahmen 38 Mädchen und 49 Jungen teil, die verschiedene Bereiche der Stadtverwaltung kennenlernten. In Workshops und Diskussionsrunden wurden sie ermutigt, traditionelle Berufsbilder zu hinterfragen und sich für Tätigkeiten jenseits klassischer Geschlechterrollen zu öffnen.
Der "Zukunftsberufetag" ermöglichte den Schülerinnen und Schülern direkte Begegnungen mit möglichen Berufsfeldern und setzte sich gleichzeitig mit lang bestehenden Ungleichheiten auseinander. Durch die Einbindung junger Auszubildender in die Planung unterstrich die Stadt Halle zudem ihr Engagement für eine inklusive und zukunftsfähige Arbeitskultur. Die Teilnehmenden verließen die Veranstaltung mit einem besseren Verständnis für die gefragten Fähigkeiten und Chancen in kommunalen Berufen.






