Handwerk in Sachsen-Anhalt: Mehr Umsatz, aber weniger Beschäftigte im Quartal 2025
Jonas SchulteHandwerk in Sachsen-Anhalt: Mehr Umsatz, aber weniger Beschäftigte im Quartal 2025
Handwerk in Sachsen-Anhalt mit gemischter Bilanz im letzten Quartal 2025
Im vierten Quartal 2025 zeigte das Handwerk in Sachsen-Anhalt eine uneinheitliche Entwicklung: Während die Umsätze insgesamt stiegen, gingen die Beschäftigtenzahlen in den meisten Branchen zurück. Die aktuellen Daten verdeutlichen den Gegensatz zwischen wirtschaftlicher Performance und Arbeitsmarktentwicklung.
Der Gesamtumsatz des Handwerks in Sachsen-Anhalt legte im vierten Quartal 2025 um 2,4 Prozent zu, doch die Beschäftigung sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,7 Prozent. Die Zahlen sind nicht inflationsbereinigt, sodass das tatsächliche Wachstum nach Berücksichtigung der Preisentwicklung abweichen könnte.
Besonders dynamisch entwickelte sich das Gesundheitshandwerk mit einem Umsatzplus von 5,4 Prozent – trotz eines leichten Beschäftigungsrückgangs um 0,5 Prozent. Einzig das Kfz-Handwerk verzeichnete sowohl bei den Jobs (+0,2 Prozent) als auch beim Umsatz (+3,3 Prozent) ein Plus.
Auch das Bauhandwerk verbuchte ein solides Umsatzwachstum von 3,4 Prozent, während die Beschäftigung um 2,5 Prozent zurückging. Die Ausbaugewerbe folgten einem ähnlichen Muster: Hier stiegen die Umsätze um 2,0 Prozent, die Beschäftigtenzahl sank jedoch um 1,1 Prozent.
Betriebe mit Privatkunden als Zielgruppe steigerten ihren Umsatz um 4,6 Prozent, mussten aber einen deutlichen Beschäftigungsrückgang von 3,5 Prozent hinnehmen. Dagegen wuchs der Umsatz im Gewerbehandwerk, das vor allem Unternehmen bedient, nur moderat um 1,8 Prozent, bei einem Jobabbau von 2,6 Prozent.
Am stärksten unter Druck geriet der Nahrungsmittelhandwerk-Sektor: Hier brachen die Umsätze um 6,4 Prozent ein, die Beschäftigung ging um 3,1 Prozent zurück. Zum Vergleich: Das Baugewerbe in Thüringen verzeichnete über das gesamte Jahr 2025 hinweg ein Umsatzplus von 2,3 Prozent – länderübergreifende Quartalsdaten für das vierte Quartal liegen jedoch noch nicht vor.
Die Zahlen spiegeln eine klare Kluft zwischen Umsatzwachstum und Arbeitsplatzabbau im sachsen-anhaltinischen Handwerk wider. Während Branchen wie Gesundheit und Kfz-Gewerbe florierten, hatte insbesondere das Nahrungsmittelhandwerk mit deutlichen Einbußen zu kämpfen. Die Daten deuten darauf hin, dass Unternehmen mit weniger Personal höhere Erträge erzielen – doch die Inflation könnte die reale Kaufkraft dieser Gewinne schmälern.