Haseloff: "Land kann Werte nicht allein vermitteln"

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Eine Luftaufnahme einer Stadt mit einer Kirche im Vordergrund, die Bäume, Gebäude, Straßen und Masten zeigt.

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Reiner Haseloff, Deutschlands dienstältester Ministerpräsident, hat über die Rolle von Glauben und Werten im öffentlichen Leben gesprochen. Der seit 2011 amtierende Regierungschef von Sachsen-Anhalt hat kürzlich ein Buch veröffentlicht, in dem er seinen persönlichen Weg als Katholik in der ehemaligen DDR schildert. Darin betont er, dass Kirchen und andere Institutionen eine entscheidende Rolle bei der Prägung der grundlegenden Werte der Gesellschaft spielen.

Haseloff beschreibt, wie sich Christen wie er selbst unter dem kommunistischen Regime der DDR oft als Außenseiter fühlten. In seinem neuen Buch geht er auf diese Erfahrungen ein und erklärt, wie sein katholischer Glaube zu einer prägenden Kraft in seiner politischen Laufbahn wurde. Für ihn ist Religion nicht nur eine private Überzeugung, sondern auch ein Kompass für Entscheidungen.

Er unterstrich, dass grundlegende Werte wie die Menschenwürde, Gleichheit und Meinungsfreiheit im Grundgesetz verankert sind. Gleichzeitig bestehe er darauf, dass diese Werte nicht allein vom Staat verordnet werden können. Vielmehr müssten sie aus der Gesellschaft selbst hervorgehen – gestützt durch Kirchen, politische Parteien, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände.

Laut Haseloff tragen diese Institutionen eine gemeinsame Verantwortung, Werte verständlich zu vermitteln und zu bewahren, sodass sie für die Menschen relevant bleiben. Sein Credo: Wenn Werte den Charakter eines Menschen prägen, wirken sie sich auch auf dessen Handeln aus – besonders in entscheidenden Fragen. Seine Äußerungen fallen vor der Landtagswahl 2026 in Sachsen-Anhalt, bei der er bereits klar Position gegen die rechtspopulistische AfD bezogen hat.

Haseloffs Buch und seine öffentlichen Stellungnahmen verdeutlichen seine Überzeugung, dass Glaube und zivilgesellschaftliche Institutionen zusammenwirken müssen, um demokratische Werte zu stärken. Als Regierungschef Sachsen-Anhalts seit über einem Jahrzehnt vertritt er weiterhin die Auffassung, dass nicht nur der Staat, sondern die Gesellschaft insgesamt ihre Grundwerte aktiv verteidigen und fördern muss. Seine Haltung spiegelt eine lang gehegte Überzeugung wider: dass persönliche Überzeugung und öffentliches Handeln untrennbar verbunden sind.