01 April 2026, 00:34

Häusliche Gewalt in Sachsen-Anhalt steigt – 8.391 Fälle im Jahr 2024 gemeldet

Eine Frau mit grüner Bluse steht auf einer Demonstration und hält ein weißes Schild in der Hand.

Häusliche Gewalt in Sachsen-Anhalt steigt – 8.391 Fälle im Jahr 2024 gemeldet

Sachsen-Anhalt verzeichnet Anstieg häuslicher Gewalt – 8.391 Fälle im Jahr 2024

In Sachsen-Anhalt nimmt die häusliche Gewalt zu: Die Polizei registrierte 2024 insgesamt 8.391 Fälle – ein Anstieg um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Als Reaktion hat das Land sein Unterstützungsangebot ausgebaut und die Finanzierung erhöht. Gleichzeitig bereitet die globale Bewegung One Billion Rising für den 14. Februar acht Tanzproteste in der Region vor, um auf das Problem aufmerksam zu machen.

In den vergangenen Jahren hat Sachsen-Anhalt sein Netzwerk für Betroffene von häuslicher und sexualisierter Gewalt deutlich gestärkt. Mittlerweile gibt es 19 Frauenhäuser, 11 ambulante Beratungsstellen sowie vier spezialisierte Fachberatungsstellen für Überlebende sexualisierter Gewalt, vier Interventionsstellen und die Fachstelle VERA. Ergänzt wird das Angebot durch ProMann, ein Beratungsangebot für Täter, die ihr Verhalten ändern wollen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Auch die finanziellen Mittel wurden aufgestockt: Für 2026 sind 7,78 Millionen Euro vorgesehen – eine Steigerung um 3,8 Millionen Euro seit 2021. Die Landeskoordinierungsstelle zur Umsetzung der Istanbul-Konvention (LIKO) steuert diese Maßnahmen und sorgt für strukturelle Verbesserungen sowie eine bessere Personalausstattung. Gleichzeitig wurden Präventionsbemühungen intensiviert, etwa durch die Kampagne Stopp! Gewalt gegen Frauen, die sich an die Öffentlichkeit richtet und Männer dazu aufruft, sich als Verbündete zu engagieren.

Trotz der Fortschritte bleibt die Nachfrage hoch. In Rheinland-Pfalz stieg die Kapazität der Frauenhäuser zwischen 2020 und 2025 von 107 auf 141 Plätze, weitere Erweiterungen sind geplant. Zwar liegen keine bundesweiten Zahlen vor, doch Studien deuten darauf hin, dass mehr Einrichtungen benötigt werden. Gleichstellungsministerin Petra Grimm-Benne rief zur breiten Teilnahme an One Billion Rising auf und bezeichnete die Aktion als wichtiges Zeichen gegen Gewalt. Eine Übersicht über alle Hilfsangebote findet sich unter www.gewaltfreies-sachsen-anhalt.de.

Mit dem Ausbau der Dienstleistungen und der erhöhten Förderung will das Land der steigenden Gewalt begegnen. Doch die Herausforderungen bleiben: Bei einer wachsenden Zahl gemeldeter Fälle und anhaltendem Bedarf an Schutzplätzen entwickelt Sachsen-Anhalt seine Unterstützungssysteme weiter – und setzt gleichzeitig auf öffentliche Teilhabe durch Aufklärungskampagnen und Proteste.

AKTUALISIERUNG

Magdeburg's One Billion Rising protest confirmed for 14.00 at City Carré on 14 February 2026

The One Billion Rising movement has confirmed details for its Magdeburg protest. The event will take place at 14:00 on 14 February 2026 in City Carré. Organised by the OBR Magdeburg alliance, this demonstration is one of eight planned across the region to raise awareness against domestic violence.