Heizkosten explodieren: Mietervereine melden Rekord-Ansturm auf Beratungen

Vermieterverbände berichten über hohe Nachfrage nach Beratung aufgrund von Heizkosten - Heizkosten explodieren: Mietervereine melden Rekord-Ansturm auf Beratungen
Mietervereine in ganz Deutschland verzeichnen starken Anstieg bei Heizkostenberatungen
Aufgrund explodierender Energiekosten melden Mietervereine in Deutschland einen deutlichen Anstieg an Beratungen zu Heizkosten. Der Haus & Grund Deutschland, der Verband der Wohnungs- und Immobilieneigentümer, berichtet von einer verstärkten Auseinandersetzung mit Nebenkostenabrechnungen – die Heizkosten erreichten 2023 Rekordhöhen.
Besonders betroffen sind Großstädte wie Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt. Allein in Berlin stiegen die Beratungen zu Heizkosten von 9.417 im Jahr 2019 auf 15.894 im Jahr 2022. Bis Ende September 2023 hatte der Berliner Mieterverein bereits 14.628 Beratungen durchgeführt – für das gesamte Jahr werden 22.881 erwartet.
Die drastischen Kostenerhöhungen zeigen sich deutlich in den Zahlen: Die durchschnittlichen Fernwärmekosten für eine 70-Quadratmeter-Wohnung lagen 2023 bei 1.140 Euro – ein Anstieg von 25 Prozent gegenüber 2022. Besonders teuer war die Wärmeversorgung über große Fernwärmenetze, wo die Kosten für Warmwasser im Schnitt bei 1.100 Euro lagen. Bei Gasheizungen stiegen die Ausgaben um 5 Prozent auf 909 Euro, während Ölheizungen mit einem Rückgang von 12 Prozent auf 913 Euro etwas günstiger wurden.
Aktuell verschicken Vermieter die Betriebskostenabrechnungen, die bis Jahresende vorliegen müssen. Mieter sollten diese genau prüfen, da viele deutlich höhere Nachzahlungen als erwartet leisten müssen. Der Anstieg der Anfragen hängt mit dem Auslaufen der staatlichen Preisdeckel und der Senkung der Mehrwertsteuer zusammen. Mietervereine in ganz Deutschland bereiten sich darauf vor, Betroffene bei der Bewältigung der unerwartet hohen Kosten zu unterstützen.
