Helene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Wandel
Leon SchulzHelene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Wandel
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat Helene Bubrowski zur neuen Mitverlegerin ernannt.
Bubrowski steht seit Langem für den Wandel der FAZ. Als ehemalige politische Redakteurin und Berlin-Korrespondentin berichtete sie über Rechtspolitik und die Grünen, wobei sie oft Sympathie für deren Spitzenpolitiker, Annalena Baerbock und Robert Habeck, zeigte. Ihr Essay Warum die Deutschen ein bisschen mehr Optimismus gut täte gewann 2023 den renommierten Theodor-Wolff-Preis und festigte ihren Ruf als prägende Stimme der Modernisierung des Blattes.
Die FAZ galt einst als konservative Bastion des deutschen Journalismus. Doch seit dem Tod des Mitverlegers Frank Schirrmacher 2014 hat sich die Zeitung schrittweise in Richtung einer eher linksliberalen Ausrichtung bewegt. Bubrowskis Berufung beschleunigt diesen Kurswechsel, da sie nun neben Carsten Knop – einem weiteren Fürsprecher des Wandels – im vierköpfigen Verlegergremium sitzt. Drei der vier Mitverleger treiben die FAZ damit in eine neue Richtung.
Die Verlegerrunde führt die Zeitung kollegial und teilt die Verantwortungsbereiche untereinander auf. Mit Bubrowski bricht die FAZ eine lange Tradition männlicher Führung und markiert damit einen kulturellen wie politischen Wendepunkt für das Blatt. Ihre Beförderung unterstreicht den Abschied der FAZ von ihren konservativen Wurzeln. Als erste Frau in dieser Position verändert sie zudem die Führungsstruktur der Zeitung. Der Wandel wird voraussichtlich den redaktionellen Ton und die politische Ausrichtung der FAZ in den kommenden Jahren prägen.






