Hettich verschiebt Gehaltserhöhung – Mitarbeiter stimmen freiwillig zu
Jonas SchulteHettich verschiebt Gehaltserhöhung – Mitarbeiter stimmen freiwillig zu
Der Möbelbeschläge-Hersteller Hettich mit Sitz in Kirchlengern hat eine geplante Gehaltserhöhung für seine Mitarbeiter um ein Jahr verschoben. Als Begründung nannte das Unternehmen finanzielle Schwierigkeiten. Über 90 Prozent der Belegschaft haben zugestimmt, die ursprünglich für den 1. April 2023 vorgesehene Lohnerhöhung zu verschieben.
Durch die verschobene Gehaltsanpassung hätten die Beschäftigten in den kommenden zwölf Monaten jeweils über 1.000 Euro mehr erhalten. Stattdessen spart Hettich nun mehrere Millionen Euro, indem die Erhöhung um 3,1 Prozent auf das Jahr 2024 verlegt wird. Das Unternehmen wies Vorwürfe zurück, Druck auf die Mitarbeiter ausgeübt zu haben, und betonte, dass die Entscheidung freiwillig getroffen worden sei.
Die Gewerkschaft IG Metall kritisierte die Maßnahme scharf. Sie warf Hettich vor, die Belegschaft trotz der Beteuerungen des Unternehmens, die Zustimmung sei freiwillig erfolgt, unter Druck zu setzen.
Von der Verschiebung sind fast alle Mitarbeiter betroffen – nur ein kleiner Teil lehnte den Vorschlag ab. Das Unternehmen erhofft sich durch die Maßnahme eine Entlastung seiner finanziellen Situation, während die Beschäftigten nun ein weiteres Jahr auf die geplante Lohnerhöhung warten müssen. Der Fall zeigt, wie sich wirtschaftliche Herausforderungen sowohl auf Unternehmen als auch auf Arbeitnehmer auswirken.






