Historischer Machtwechsel: Freie Wähler erobern Landratsamt in Miesbach
Moritz HoffmannHistorischer Machtwechsel: Freie Wähler erobern Landratsamt in Miesbach
Im Landkreis Miesbach in Oberbayern steht nach Jahrzehnten der CSU-Führung ein neuer Landrat an der Spitze: Jens Zangenfeind von den Freien Wählern (FWG) hat die Stichwahl am 22. März 2026 mit einem deutlichen Sieg für sich entschieden. Sein Erfolg markiert einen bedeutenden Wandel in der politischen Landschaft der Region.
Die Wahl war notwendig geworden, nachdem der amtierende Landrat Olaf von Löwis (CSU) auf eine zweite Amtszeit verzichtet hatte. Sieben Bewerber hatten sich zunächst um seine Nachfolge beworben, doch nur Zangenfeind und Franz Schnitzenbaumer (CSU) zogen in die Stichwahl ein.
Im ersten Wahlgang hatte Zangenfeind mit 45,3 Prozent der Stimmen geführt, während Schnitzenbaumer auf 25,6 Prozent kam. In der Stichwahl setzte sich Zangenfeind dann klar durch: Er erhielt 30.875 Stimmen (78 Prozent), Schnitzenbaumer dagegen nur 8.713 Stimmen (22 Prozent) bei 39.588 gültigen Wahlscheinen.
Zangenfeind war zuvor Bürgermeister von Hausham, Schnitzenbaumer hatte dasselbe Amt in Schliersee inne. Das Ergebnis bestätigt einen Trend, der bereits 2014 begann, als Wolfgang Rzehak von den Grünen die jahrzehntelange CSU-Vorherrschaft brach und zum Landrat gewählt wurde. Zwar folgte ihm 2020 wieder von Löwis (CSU) nach, doch die aktuelle Wahl unterstreicht die wachsende Stärke der Freien Wähler in Miesbach.
Mit dem Ausgang der Stichwahl verliert die CSU nach Jahren erneut die Führung im Landkreis. Zangenfeind übernimmt das Amt nun mit einem starken Mandat – er erhielt fast viermal so viele Stimmen wie sein Konkurrent. Der Sieg der Freien Wähler spiegelt eine breitere Neuausrichtung der lokalen Politik wider, weg von der traditionellen CSU-Dominanz.






