Historischer Tarifvertrag beendet Lohnungleichheit zwischen Ost und West
Moritz HoffmannHistorischer Tarifvertrag beendet Lohnungleichheit zwischen Ost und West
Historischer Tarifabschluss in der deutschen Bauwirtschaft nach wochenlangem Streit und Streik
Nach zähen Verhandlungen und einem dreiwöchigen Arbeitskampf hat die deutsche Bauindustrie einen richtungsweisenden Tarifvertrag abgeschlossen. Die Vereinbarung sieht eine Lohnerhöhung von 5,3 Prozent in Ostdeutschland vor und verringert damit die seit Langem bestehende Gehaltskluft zu den westlichen Bundesländern. Gewerkschaftsvertreter bezeichnen den Deal als historischen Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit in der Branche.
Im Mittelpunkt des Tarifkonflikts stand die Angleichung der Löhne zwischen Ost und West. Seit Jahrzehnten verdienen Beschäftigte in den ostdeutschen Bundesländern weniger als ihre Kollegen im Westen – selbst 35 Jahre nach der Wiedervereinigung 1990. Das nun von der Gewerkschaft IG BAU ausgehandelte Abkommen verankert erstmals das Prinzip "Ein Land, ein Lohn, ein Gehalt" – ein Ziel, das seit der Einheit angestrebt wird.
Laut der Einigung steigen die Löhne in Ostdeutschland um 5,3 Prozent, während die Beschäftigten im Westen eine Erhöhung von 3,9 Prozent erhalten. Der höhere Prozentsatz für den Osten unterstreicht den Willen, die Unterschiede schneller auszugleichen. Der aktuelle Tarifvertrag gilt bis zum 31. März 2027.
Carsten Burckhardt, stellvertretender Vorsitzender der IG BAU, nannte das Ergebnis einen "historischen Meilenstein". Die Gewerkschaft hatte die Veränderungen vehement vorangetrieben, darunter einen fast dreiwöchigen Streik, um die Bedingungen durchzusetzen. In der deutschen Bauwirtschaft sind rund 920.000 Menschen beschäftigt, davon über 600.000 im Westen.
Mit dem Abschluss endet eine seit der Wiedervereinigung bestehende Ungleichheit bei den Lohnstrukturen. Beschäftigte in Ostdeutschland profitieren künftig von schnellerem Lohnwachstum, was die Differenz zu ihren westdeutschen Kollegen verringert. Die Regelung gilt für alle Mitarbeiter der Branche bis zum Auslaufen des Vertrags 2027.






