Infineon investiert 6 Milliarden Euro in Dresden und Malaysia für KI- und Energiechips
Leon SchulzInfineon investiert 6 Milliarden Euro in Dresden und Malaysia für KI- und Energiechips
Infineon treibt Großinvestitionen in Energieversorgungstechnologie voran – im Mittelpunkt steht das Smart-Power-Werk in Dresden. Die Aktie des Konzerns zeigte sich zuletzt widerstandsfähig: Nach einem kurzen Ausrutscher unter eine wichtige Trendlinie stabilisierte sie sich zwischen 35,80 und 37,50 Euro. Dies fällt zusammen mit einer massiven Aufstockung der Ausgaben für KI-Infrastruktur und dem Abschluss eines umfangreichen Aktienrückkaufprogramms.
Für die Jahre 2024 bis 2026 hat Infineon ein ehrgeiziges Investitionsvolumen von 5 Milliarden Euro für eine neue 200-Millimeter-Fabrik in Dresden angekündigt. Dort sollen Siliziumkarbid-(SiC-) und Galliumnitrid-(GaN-)Leistungschips gefertigt werden – Schlüsseltechnologien für KI-Rechenzentren. Weitere 1 Milliarde Euro fließt in den Ausbau des Standorts Kulim in Malaysia, wo der Fokus auf Energiemanagement-Lösungen liegt, nicht auf KI-Chips selbst. Bis 2025 erwartet das Unternehmen ein Umsatzplus von 40 Prozent im Bereich Leistungshalbleiter, getrieben von der Nachfrage nach energieeffizienten Serverkomponenten.
Anders als Konkurrenten wie NVIDIA oder AMD, die über 50 Milliarden Dollar in KI-Grafikprozessoren und Halbleiterwerke stecken, setzt Infineon auf Leistungselektronik. Mit einem Marktanteil von rund 30 Prozent bei SiC-Chips liegt das Unternehmen in diesem Nischensegment klar vorne – während Mitbewerber wie Intel oder Samsung hinterherhinken. Intels 17-Milliarden-Euro-Fabrik in Ohio zielt zwar auf eine breitere Halbleiterproduktion ab, kann aber bei Smart-Power-Kapazitäten nicht mithalten.
Finanziell startete Infineon mit einem leichten saisonalen Rückgang ins Jahr, verzeichnete im Jahresvergleich jedoch weiterhin Wachstum. Anfang März schloss das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm über 178 Millionen Euro ab und erwarb dabei vier Millionen eigene Aktien. Die nächste Widerstandsmarke für die Aktie liegt zwischen 46 und 48 Euro, während ein Fall unter 31,30 bis 33 Euro weiteren Verkaufsdruck auslösen könnte.
Nach dem Test wichtiger Unterstützungsniveaus bleibt die Infineon-Aktie stabil – Anleger spekulieren auf einen möglichen Anstieg in Richtung 46 bis 48 Euro. Mit seinen gezielten Investitionen in Leistungselektronik für KI-Server hebt sich der Konzern von Wettbewerbern ab, die auf GPU- oder Logikchip-Produktion setzen. Mit 6 Milliarden Euro für Dresden und Malaysia setzt Infineon auf Effizienz und spezialisierte Komponenten – und definiert so seine Wachstumsstrategie.






