Kämpfer warnt vor Vertrauenskrise: „Politikverdrossenheit untergräbt unsere Demokratie“

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Eine Ziegelwand mit verschiedenen Postern und Graffiti.

Kaempfer warnt: Politik droht Vertrauensverlust durch Frustration - Kämpfer warnt vor Vertrauenskrise: „Politikverdrossenheit untergräbt unsere Demokratie“

Ulf Kämpfer, der scheidende Oberbürgermeister Kiels, warnt vor einer wachsenden Vertrauenskrise der Bürger in die deutsche Politik. Nach seinem Rücktritt aus dem Amt konzentriert er sich nun auf die Landespolitik als Spitzenkandidat der SPD für die Landtagswahl 2027 in Schleswig-Holstein. In jüngsten Stellungnahmen betont er tiefe Sorgen über Extremismus, bürokratische Hürden und die zunehmende Politikverdrossenheit der Wähler.

Kämpfer kritisiert Politiker dafür, nicht entschlossener gegen Hassrede und Desinformation vorzugehen. Er fordert eine "eindeutige Haltung" gegenüber extremistischen Tendenzen und argumentiert, dass bloße Verurteilungen nicht mehr ausreichen. Seine Warnungen kommen zu einer Zeit, in der die Frustration unter Bürgern wächst, die das Gefühl haben, ihr Engagement werde nicht gewürdigt.

Er beschreibt einen "Teufelskreis", in dem wachsende Bedrohungen und Beleidigungen qualifizierte Menschen davon abhalten, öffentliche Ämter zu übernehmen. Dieser Vertrauensverlust, so Kämpfer, untergräbt die Demokratie. Zudem nennt er übermäßig komplizierte Vorschriften und Bürokratie als zentrale Gründe für die Unzufriedenheit in der Bevölkerung.

Um diese Probleme zu lösen, schlägt er einen "Ja-unter-Bedingungen"-Ansatz in der öffentlichen Verwaltung vor, der Prozesse vereinfachen und den bürokratischen Aufwand verringern soll. Darüber hinaus betont er die Notwendigkeit klarerer Abgrenzungen zwischen Parteien und Kandidaten. Jeder Wähler, so Kämpfer, sollte vor der Stimmabgabe mindestens drei zentrale Unterschiede erkennen können.

Kämpfer warnt auch vor der Annahme, alle etablierten Politiker seien gleich. Diese Wahrnehmung, so seine Argumentation, schüre zusätzlich Apathie und Misstrauen in der Wählerschaft.

Mit seinem Wechsel von der Kommunal- in die Landespolitik bleibt Kämpfers Fokus auf dem Wiederaufbau des Vertrauens in politische Institutionen. Sein Appell für klarere Politikinhalte, schlankere Verwaltung und entschlossenes Vorgehen gegen Extremismus spiegelt die größeren Sorgen um den Zustand der deutschen Demokratie wider. Als SPD-Spitzenkandidat für 2027 wird er diese Themen nun auf die landespolitische Agenda setzen.