Köln und Düsseldorf planen legale Drogenabgabe für Schwerstabhängige
Moritz HoffmannKöln und Düsseldorf planen legale Drogenabgabe für Schwerstabhängige
Die Oberbürgermeister von Köln und Düsseldorf schlagen einen umstrittenen Plan vor, den Kleinhandel mit harten Drogen zu legalisieren. Torsten Burmester und Stephan Keller wollen schwerstabhängigen Nutzern erlauben, in kontrollierten Einrichtungen begrenzte Mengen zu kaufen und zu verkaufen. Sie argumentieren, dass dies die Belastung öffentlicher Räume verringern und die mit Sucht verbundene Kriminalität eindämmen könnte.
Im Kölner Neumarkt ist die Drogenabhängigkeit zu einem wachsenden Problem geworden. Burmester beschrieb das Viertel als Anlaufstelle für Süchtige, was Anwohner und lokale Unternehmen belastet. Crackabhängige rauchen oft an öffentlichen Orten wie Hauseingängen oder Ladentüren. In ihrer Verzweiflung greifen manche zu aggressivem Betteln, Diebstahl oder Prostitution.
Crack hat Heroin inzwischen als meistkonsumierte illegale Droge in großen deutschen Städten wie Hamburg, Berlin, Frankfurt, Köln und Dortmund abgelöst. Um gegenzusteuern, schlagen die Oberbürgermeister kontrollierte Räume vor, in denen der Mikrohandel mit harten Drogen unter medizinischer Aufsicht geduldet werden soll.
Burmester und Keller haben an den nordrhein-westfälischen Justizminister Benjamin Limbach geschrieben und eine rechtliche Prüfung ihres Vorhabens beantragt. Sie fordern klare, rechtssichere Richtlinien für das Personal in diesen Einrichtungen. Ziel ist es, Abhängigen eine geschützte Umgebung zu bieten und gleichzeitig die sichtbaren Auswirkungen auf den öffentlichen Raum zu verringern.
Der Vorschlag zielt darauf ab, sicherere Bedingungen für Süchtige zu schaffen und drogenbedingte Straftaten zu reduzieren. Sollte er umgesetzt werden, wäre dies ein bedeutender Wandel im Umgang mit harten Drogen in deutschen Städten. Die Oberbürgermeister sind überzeugt, dass dieser Ansatz eine strukturiertere Antwort auf das wachsende Problem der Crackabhängigkeit bieten könnte.






