Komponist Ruzicka verklagt GEMA wegen drohender Tantiemen-Kürzung um 70 Prozent
Lea KrauseKomponist Ruzicka verklagt GEMA wegen drohender Tantiemen-Kürzung um 70 Prozent
Der Komponist und Dirigent Peter Ruzicka geht rechtlich gegen die GEMA, die deutsche Verwertungsgesellschaft für Musikurheberrechte, vor. Mit einer Klage will er eine geplante Reform blockieren, die die Einnahmen von Komponisten drastisch kürzen könnte. Die Änderungen, über die im Mai 2026 abgestimmt werden soll, stoßen in der Branche auf scharfe Kritik.
Ruzicka hat beim Bundeskartellamt Beschwerde eingereicht und wirft der GEMA vor, gegen Antidiskriminierungsgesetze zu verstoßen. Die unter dem Titel Die neue Kulturförderung geplante Reform würde das bestehende Bewertungssystem für Komponisten abschaffen. Nach seinen Berechnungen könnten die durchschnittlichen Jahreseinnahmen aus Tantiemen dadurch um bis zu 70 Prozent sinken.
Er bezeichnet den Vorschlag als einen verheerenden Schlag gegen die ernste Musik und warnt, dass das Überleben klassischer und zeitgenössischer Werke auf dem Spiel stehe. Über die finanziellen Verluste hinaus argumentiert Ruzicka, dass sinkende Tantiemen auch das demokratische Engagement im Kulturbereich schwächen könnten. Mit seiner Klage will er die Reform stoppen, bevor die GEMA-Mitglieder am 6. und 7. Mai 2026 darüber abstimmen.
Im Mittelpunkt des Streits steht die Frage, wie die GEMA ihre Mittel verteilt und ob die geplanten Änderungen Komponisten unrechtmäßig benachteiligen. Sollte die Reform umgesetzt werden, hätte dies weitreichende Folgen für die Tantiemen Tausender Mitglieder. Nun wartet Ruzickas Fall auf eine Stellungnahme des Kartellamts vor der anstehenden Abstimmung.






