Krankenversicherung vor großer Reform: Höhere Zuzahlungen und neue Gebühren geplant

Gesundheitsversicherungschef fordert Gebühr für Arztbesuch - Krankenversicherung vor großer Reform: Höhere Zuzahlungen und neue Gebühren geplant
Die deutsche Koalitionsregierung plant für nächstes Jahr eine grundlegende Reform der gesetzlichen Krankenversicherung. Mit dem Vorhaben sollen die steigenden Gesundheitskosten gebremst und starke Beitragserhöhungen verhindert werden. Eine neu eingesetzte Expertenkommission wird nun Vorschläge prüfen, um die Finanzierung bis 2027 zu stabilisieren.
Die Finanzkommission Gesundheit soll Wege erarbeiten, um die Zukunft des Systems zu sichern. Bis März muss sie erste Empfehlungen zur finanziellen Stabilisierung bis 2027 vorlegen. Ein vollständiges Reformpaket wird bis Ende 2026 erwartet.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) warnte, dass die Änderungen "jeden" betreffen werden. Ihr Team wird alle Einnahmen und Ausgaben unter die Lupe nehmen, um Einsparpotenziale zu identifizieren. Ziel ist es, drastische Beitragserhöhungen für Versicherte zu vermeiden.
Vertreter der Branche haben bereits eigene Kostensenkungsvorschläge eingebracht. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), schlug vor, die tägliche Zuzahlung im Krankenhaus von derzeit 10 auf 20 Euro zu verdoppeln. Zudem regte er an, Patienten zu belasten, die den Notdienst missbräuchlich in Anspruch nehmen.
Andreas Gassen, Vorsitzender des Vorstands der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), empfahl eine "Kontaktgebühr" von 3 bis 4 Euro pro Arztbesuch. Die Abgabe würde den Krankenkassen zusätzliche Einnahmen bringen.
Die Ergebnisse der Kommission werden die Reformen prägen, die 2025 starten sollen. Falls umgesetzt, könnten höhere Zuzahlungen und neue Gebühren den Zugang der Patienten zur medizinischen Versorgung verändern. Die Regierung betont, dass die Maßnahmen notwendig seien, um das System für alle bezahlbar zu halten.
