Kriegsdienstverweigerung: Über 3.200 Anträge stellen deutschen Militärdiskurs auf die Probe

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Zwei Armeeangehörige halten Fahnen auf beiden Seiten eines Gedenksteins, mit Pflanzen, Autos, anderen Armeeangehörigen, Strommasten mit Kabeln und Gebäuden im Hintergrund.

Minister Prien bereitet sich auf mögliche Wiedereinführung des Wehrdienstes vor - Kriegsdienstverweigerung: Über 3.200 Anträge stellen deutschen Militärdiskurs auf die Probe

In Deutschland ist die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung stark angestiegen – auf ein Niveau, wie es seit der Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011 nicht mehr verzeichnet wurde. Bis Ende August 2025 gingen über 3.257 Antragstellungen ein, wobei mehr als die Hälfte von Personen stammte, die nie im Militär gedient hatten. Der Anstieg fällt in eine Phase, in der weiterhin über eine mögliche Wiedereinführung der allgemeinen Dienstpflicht diskutiert wird.

Das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) verzeichnete bis August insgesamt 3.257 Anträge, darunter 2.266 von nicht eingezogenen Personen und 865 von Reservisten. Zudem reichten rund 1.300 weitere Reservisten sowie fast 150 aktive Soldatinnen und Soldaten Anträge ein. Das Amt prüft jedoch nur Fälle, in denen die Antragstellenden zuvor als tauglich für den Militärdienst eingestuft wurden.

Der Anstieg der Kriegsdienstverweigerungen spiegelt ein wachsendes öffentliches Interesse an Alternativen zum Militärdienst wider. Angesichts der laufenden Debatten untersucht die Regierung derzeit, wie mögliche Änderungen umgesetzt werden könnten. Eine Entscheidung über die Wiedereinführung der Wehrpflicht könnte die Herangehensweise Deutschlands an den nationalen Dienst grundlegend verändern.