Lauterbachs Pflegeheim-Reform: Höhere Eigenanteile sorgen für scharfe Kritik
Moritz HoffmannLauterbachs Pflegeheim-Reform: Höhere Eigenanteile sorgen für scharfe Kritik
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat Reformvorschläge für die Pflegeheimzuschüsse vorgelegt, die die Eigenbeteiligung der Bewohner erhöhen würden. Das Vorhaben zielt darauf ab, den Anstieg der staatlichen Unterstützung zu bremsen – doch Kritiker werfen der Regierung vor, damit finanziell schwache Menschen und ihre Angehörigen übermäßig zu belasten. Bernd Meurer, Präsident des Pflegeverbandes BPA, lehnt die Pläne scharf ab und bezeichnet sie als ungerecht und irreführend.
Laut Lauterbachs Entwurf müssten Pflegeheimbewohner künftig höhere Eigenanteile tragen. Im Schnitt könnten die Kosten in den ersten beiden Jahren des Aufenthalts um bis zu 1.800 Euro steigen – eine Phase, in der drei Viertel der Bewohner die Einrichtung ohnehin nicht länger als zwei Jahre bewohnen.
Meurer übt harte Kritik an dem Vorstoß und wirft dem Minister vor, Milliardenkosten auf diejenigen abzuwälzen, die sie am wenigsten schultern können. Familien und Pflegebedürftige seien bereits jetzt mit hohen Zuzahlungen überlastet, so der Verbandschef. Seine Kritik geht noch weiter: Die Politik betreibe "Wählertäuschung" und breche damit das Versprechen einer finanziellen Entlastung.
Lauterbachs Ziel ist es, die öffentlichen Haushalte zu entlasten, indem der Anstieg der Subventionen gedrosselt wird. Gegner wie Meurer halten dagegen, dass die Maßnahme die finanzielle Not derer verschärfe, die auf Langzeitpflege angewiesen sind.
Die geplanten Änderungen würden die durchschnittlichen Eigenanteile in den ersten beiden Jahren eines Pflegeheimaufenthalts um 1.800 Euro erhöhen. Pflegeanbieter und Interessenverbände warnen, dass die Reform die finanzielle Belastung für Bewohner und ihre Angehörigen weiter verschärfen könnte. Im Mittelpunkt der Debatte steht nun die Frage, ob die Einsparungen für den Staat die zusätzliche Belastung für die Betroffenen rechtfertigen.






