02 April 2026, 00:22

Leere Schuhe in Halle: Ein stummer Protest gegen Femizide in Deutschland

Eine Gruppe von Menschen marschiert mit einem Banner, auf dem "Solidarit├Ąt und Feminismus" steht, ├╝ber eine Stra├če, mit parkenden Fahrzeugen und Geb├Ąuden im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Leere Schuhe in Halle: Ein stummer Protest gegen Femizide in Deutschland

Ein eindrucksvolles Zeichen: Leere Schuhe vor dem Halleschen Rathaus

In diesem Jahr reihten sich vor dem Rathaus von Halle zahlreiche Paare leerer Schuhe aneinander – jeder davon stand für eine Frau, die 2025 in Deutschland wegen ihres Geschlechts getötet wurde. Die Installation war Teil der weltweiten Kampagne One Billion Rising, die ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen fordert.

Die jährlich am 14. Februar stattfindende Aktion vereint Menschen auf der ganzen Welt, die durch Tanz, Proteste und Gedenkveranstaltungen Opfer ehren und gegen Gewalt demonstrieren. Das diesjährige Motto "Women on Fire – Ni Una Menos" (sinngemäß: "Nicht eine weniger") greift die lateinamerikanische Bewegung gegen Femizide und geschlechtsspezifische Gewalt auf. Die Aktion in Halle lenkte dabei den Blick auf ein gravierendes Defizit in Deutschland: die fehlende offizielle Erfassung solcher Tötungsdelikte.

Femizide bleiben rechtlich unsichtbar In Deutschland gibt es keine gesetzliche Anerkennung von Femiziden – der gezielten Tötung von Frauen weil sie Frauen sind. Solche Fälle werden lediglich als Mord oder Totschlag erfasst, ohne eigene Kategorie. Weder das Bundeskriminalamt (BKA) führt eine spezifische Statistik, noch existiert ein zentrales Register. Zwar verzeichneten Berichte wie die stern-Analyse aus dem Jahr 2024 Hunderte von Frauen, die durch (Ex-)Partner getötet wurden – doch exakte Jahreszahlen fehlen.

Dunkelfeld bleibt groß Hinzu kommt eine massive Untererfassung: Nur etwa 10 Prozent der Opfer häuslicher Gewalt erstatten Anzeige, bei Gewalt in Partnerschaften sinkt die Quote auf fünf Prozent. Die LeSuBiA-Studie zu nicht angezeigter Gewalt aus dem Jahr 2025 unterstreicht, wie viele Fälle im Verborgenen bleiben.

Protest in Bewegung 2026 will Halle die Kampagne mit einer öffentlichen Tanzdemo fortsetzen – als Zeichen der Solidarität mit Überlebenden und zur Forderung nach Gerechtigkeit für die Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt.

Die leeren Schuhe in Halle standen symbolisch für Leben, die zu früh beendet wurden. Ohne rechtliche Anerkennung und offizielle Zahlen bleibt Femizid in Deutschland ein unsichtbares Problem. One Billion Rising kämpft für mehr Bewusstsein – und für Taten gegen die Gewalt an Frauen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
AKTUALISIERUNG

New Data Reveals 88 Women Killed by Partners in Germany in 2025

The 2026 installation of empty shoes in Halle now has a precise context. The stern magazine's 2025 interactive chronicle documents 88 women killed by partners or ex-partners in Germany that year. This figure replaces the earlier reference to 'hundreds' from a 2024 analysis, offering concrete evidence of the scale of femicide. '88 ausgelöschte Frauenleben' – the stern title highlights these as 'erased lives' through personal stories behind police reports.