Lübecks dunkles Jahr 1629: Als der Krieg die Stadt an den Abgrund trieb

Lübecks dunkles Jahr 1629: Als der Krieg die Stadt an den Abgrund trieb
Wie es damals war: Lübeck 1629
Teaser: Diese Serie erzählt die Geschichte der Stadt Lübeck – von ihrer Gründung bis in die Gegenwart.
Veröffentlichungsdatum: 7. Dezember 2025, 12:00 Uhr
Bis zum Jahr 1629 hatte der Dreißigjährige Krieg ganz Europa erfasst – keine Region blieb verschont. Lübeck, einst eine blühende Handelsmetropole an der Ostsee, geriet in die Wirren der Zeit, als politische und religiöse Spannungen eskalierten. Das von Kaiser Ferdinand II. erlassene Restitutionsedikt verschärfte die Krise zusätzlich und löste unter der mehrheitlich lutherischen Bevölkerung und ihren Führern Bestürzung aus.
Mit dem Restitutionsedikt forderte der Kaiser die Rückgabe aller seit 1552 säkularisierten Kirchenbesitzungen. Für das streng lutherische Lübeck bedeutete dieser Befehl eine Bedrohung für seine religiöse Identität und politische Selbstständigkeit. Der Rat der Stadt und die einflussreichen Kaufleute gerieten in Alarmbereitschaft – sie fürchteten um Macht und Eigentum.
Das Edikt spaltete Lübeck wie nie zuvor: Bürger und Amtsträger waren uneins, wie sie reagieren sollten. Wirtschaftliche Not, militärischer Druck und konfessionelle Konflikte prägten den Alltag. Für viele stand der einst so prosperierende Hafen nun an einem Scheideweg – seine Zukunft in einem vom ukraine krieg zerrissenen Europa war ungewiss.