Magdeburg lenkt ein: Semsrotts Buchvorstellung findet doch in der Stadtbibliothek statt
Moritz HoffmannMagdeburg lenkt ein: Semsrotts Buchvorstellung findet doch in der Stadtbibliothek statt
Journalist und Aktivist Arne Semsrott stellt sein Buch nun doch in der Magdeburger Stadtbibliothek vor – nach massiven öffentlichen Protesten gegen die ursprüngliche Absage. Die ursprünglich aus Sorge um politische Neutralität abgesagte Veranstaltung findet nun am 6. Juni 2023 um 11 Uhr statt. Auch Oberbürgermeisterin Simone Borris wird an der Diskussion teilnehmen, was einen Kurswechsel der Stadtverwaltung markiert.
Der Streit begann, als die Stadtverwaltung die Lesung zunächst verschob – später gab sie zu, die Veranstaltung komplett abgesagt zu haben. Veranstalter und Semsrott selbst vermuteten hinter der Entscheidung Einflussnahmen durch rechtsextreme politische Akteure.
Die Buchlesung sollte ursprünglich in der Magdeburger Stadtbibliothek stattfinden, wurde dann aber abrupt abgesagt. Stadtvertreter sprachen zunächst von einer Verschiebung, doch bald wurde bekannt, dass Semsrott die Einladung vollständig entzogen worden war. Die Heinrich-Böll-Stiftung, die die Veranstaltung organisiert hatte, erklärte, die Stadt halte sein Buch „Gegenmacht: Wie die Zivilgesellschaft zurückschlägt“ für zu provokativ.
Nach der Absage wurde die Lesung in das Kulturzentrum Moritzhof verlegt, wo sie für den 10. Juni 2023 geplant blieb. Doch aufgrund des öffentlichen Drucks einigte sich Semsrott mit der Stadtverwaltung auf einen neuen Termin: Die Veranstaltung findet nun doch in der Stadtbibliothek am 6. Juni 2023 um 11 Uhr statt – mit der Teilnahme von Oberbürgermeisterin Borris.
Semsrott hatte offen spekuliert, dass Funktionäre der rechtsextremen AfD die Absage beeinflusst haben könnten. Den Meinungswandel führt er auf die öffentliche Empörung zurück und ruft die Zivilgesellschaft dazu auf, wachsam für die Verteidigung öffentlicher Räume zu bleiben. Sein Buch untersucht, wie Gemeinschaften autoritären Tendenzen widerstehen können – ein Thema, das sowohl Interesse als auch Debatten auslöst.
Die wiederhergestellte Veranstaltung wird wie ursprünglich geplant in der Stadtbibliothek stattfinden, mit Semsrott und Oberbürgermeisterin Borris als Gäste. Die Kontroverse hat die Spannungen zwischen Meinungsfreiheit und politischer Einflussnahme in öffentlichen Einrichtungen deutlich gemacht. Der neue Termin bestätigt, dass die Diskussion nun doch im vorgesehenen Rahmen stattfinden wird.






